02. Mrz 2007 07:50
Wegen des anhaltenden Protests gegen eine Jugendhaus-Räumung in Kopenhagen verstärkten die Behörden die Grenzkontrollen. Auch Deutsche sind beteiligt.
Die Polizei setzte stellenweise Tränengas gegen die meist jugendlichen Demonstranten ein, die ihrerseits die Beamten mit Flaschen und Steinen bewarfen. Bis zum Morgen nahmen Beamte rund 200 Demonstranten vorübergehend fest. Unter ihnen waren auch neun Deutsche. Drei Menschen wurden verletzt, teilten die Behörden mit.Anlass der Unruhen: Die Kopenhagener Polizei hatte am Donnerstag das von Autonomen besetzte «Jugendhaus» mit Hilfe von Antiterror-Spezialisten geräumt. Wie das Reichskrankenhaus mitteilte, wurde dabei ein 20 Jahre alter Deutscher am Kopf verletzt und musste behandelt werden. Bei Krawallen nach der Räumung im Stadtteil Norrebrø wurden zwei Demonstranten leicht verletzt. Die Kopenhagener Polizeichefin Hanne Bech Hansen nannte die Räumungsaktion selbst «einen riesigen Erfolg».
Spontane Sympathieaktionen
Bei einem nichtgenehmigten Protestzug gegen die Räumung am frühen Donnerstagabend mit mehr als 500 Teilnehmern warfen Demonstranten erneut Flaschen und Steine auf das massive Polizeiaufgebot. Wegen befürchteter neuer Auseinandersetzungen hatten die Behörden zuvor die Grenzkontrollen zwischen Dänemark und Deutschland verschärft. So wolle man den Zulauf von gewaltbereiten Autonomen sowie auch von Neonazis verhindern, erklärten Sprecher.
In Hamburg und Hannover kam es am Freitagabend zu spontanen Sympathiekundgebungen der autonomen Szene. Während in Hannover ein Protestmarsch ohne Zwischenfälle verlief, kam es in Hamburg zu einem Handgemenge der Demonstranten mit der Polizei, als Störer zum dänischen Generalkonsulat vordringen wollten. Dabei wurden 14 Störer vorübergehend in Polizeigewahrsam genommen. In der norwegischen Hauptstadt Oslo bewarfen rund 150 Demonstranten die dänische Botschaft mit Schneebällen und Farbbeuteln.
Das seit 1981 besetzte «Jugendhaus» war im vergangenen Jahr von der Stadt Kopenhagen an eine Freikirche verkauft worden. Medien hatten zuvor von umfassenden Vorbereitungen der Hausbesetzer auf gewaltsame Aktionen berichtet. Diese hatten Gleichgesinnte aus anderen Ländern - darunter auch aus Deutschland - aufgefordert, ihnen zu Hilfe zu kommen. Zuletzt war es eine Woche vor Weihnachten zu heftigen Straßenkämpfen wegen der bevorstehenden Räumung gekommen. (nz/dpa)