01.03.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Zusammenstöße zwischen Polizisten und Autonomen
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Vertriebene Hausbesetzer haben sich in Kopenhagen Straßenkämpfe mit der Polizei geliefert. Ein Deutscher wurde bei der Räumung des Jugendhauses schwer verletzt.
Nach der Zwangsräumung eines seit 1981 besetzten Hauses ist es am Donnerstagmorgen in Kopenhagen zu schweren Straßenschlachten zwischen Autonomen und der Polizei gekommen. Mehrere hundert vermummte Demonstranten schleuderten im Stadtteil Norrebrø Pflastersteine gegen Beamte und errichteten Barrikaden. 50 Randalierer wurden festgenommen.
Nach Krankenhaus-Angaben wurde bei der Räumung des Ungdomshuset (Jugendhaus) ein Deutscher zwischen 20 und 30 Jahren schwer am Kopf verletzt. Sein Zustand sei «stabil», die Verletzungen seien nicht lebensbedrohlich, hieß es.
Medien warnten vor KrawallenDie Polizei hatte Hubschrauber eingesetzt, um die Autonomen aus dem Gebäude zu vertreiben. Die Bevölkerung wurde wegen möglicher Straßenschlachten über Rundfunk und Fernsehen aufgefordert, die Umgebung im betroffenen Stadtteil Nørrebro zu meiden. Medien hatten vorher von umfassenden Vorbereitungen der Hausbesetzer auf gewaltsame Aktionen berichtet. Diese hatten Gleichgesinnte aus anderen Ländern aufgefordert, für die Abwehr der erwarteten Räumungsaktion nach Kopenhagen zu kommen.
Das Haus war im letzten Jahr von der Stadt Kopenhagen an eine Freikirche verkauft worden. Wegen der angekündigten Zwangsräumung war es zuletzt vor Weihnachten zu schweren Krawallen und Massenfestnahmen gekommen. (nz)