21.02.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Putin (r.) und Stoiber
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Der Rückzug von Bayerns Ministerpräsident Stoiber hat sogar den russischen Geheimdienst beschäftigt. Ex-KGB- Agent Putin setzte seine Leute an - doch das Ergebnis war unbefriedigend.
Vielleicht sind die russischen Zeitungen nicht so gut oder das Politikverständnis ist in und um den Kreml ein anderes. Als Präsident Putin mehr über Stoibers Rückzug erfahren wollte, setzte er seinen Geheimdienst an. Wie Stoiber in seiner Rede beim Politischen Aschermittwochs der CSU in Passau zum Besten gab, rätselte Russlands Präsident Wladimir Putin über die Gründe für seine Entscheidung, im Herbst seine Ämter niederzulegen. «Dann habe ich den Geheimdienst beauftragt, er soll mir die Hintergründe über Stoibers Rückzug sagen», habe Putin am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz zu ihm gesagt.
Doch die Geheimdienste sind wohl auch nicht mehr das, was sie mal waren: Nach ein paar Tagen habe der Geheimdienst dann laut Putin mitgeteilt, dass er keine besonderen Gründe gefunden habe. Er selbst antwortete auf die Frage nach seinen Gründen: «Ich blicke nicht zurück, sondern nach vorn.»
Stoibers Rückhalt in der CSU-Führung und auch an der Basis war in den letzten Monaten rapide gesunken, als er im Alleingang öffentlich ankündigte, bis zum Ende der kommenden Wahlperiode regieren zu wollen. Losgetreten hatte die Diskussion darum Ende letzten Jahres die Fürther Landrätin Gabriele Pauli, die sich gegen eine erneute Kandidatur Stoibers ausgesprochen hatte und dies von der Parteibasis entscheiden lassen wollte. Derart unter Druck, erklärte Stoiber im Januar seinen Verzicht auf die Ämter als Ministerpräsident und Parteichef zu Ende September. (nz/dpa)