17. Feb 2007 16:47
US-Außenministerin Rice hat sich im Irak über die aktuelle Sicherheitslage informiert. Der Besuch wurde von mehreren Anschlägen überschattet.
Angesichts der katastrophalen Lage im Irak ist die US-Regierung unter massivem Druck. Das Repräsentantenhaus in Washington hatte am Freitag die von US-Präsident George W. Bush angeordnete Entsendung von weiteren 21 500 US-Soldaten in einer Resolution missbilligt. Bagdad war für Rice ein Zwischenstopp auf ihrer Nahost-Reise zur Beilegung des israelisch-palästinensischen Konflikts. Noch am Abend wollte die US-Außenministerin in Jerusalem mit ihrer israelischen Amtskollegin Zipi Liwni zusammenkommen. Am Montag ist ein Dreier-Gipfel mit dem israelischen Regierungschef Ehud Olmert und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas geplant.
Die Erwartungen im Vorfeld des Gipfels waren auf allen Seiten gedämpft. Olmert hatte bereits erkennen lassen, dass seine Regierung zunächst nicht weiter auf Abbas zugehen wird. Israel fordert die Anerkennung des jüdischen Staates durch die Palästinenser. Diese wiederum haben sich nach Beilegung ihres internen Konflikts zwischen Fatah und Hamas noch nicht konkret zu der Forderung geäußert.
Der Rice-Besuch in Bagdad wurde von mehreren Anschlägen im Land überschattet. Bei der Explosion von zwei Autobomben in der nordirakischen Stadt Kirkuk kamen mindestens zehn Menschen ums Leben. Mindestens 78 wurden verletzt, viele von ihnen lebensgefährlich. Die Sprengsätze explodierten auf einer belebten Hauptstraße in einem überwiegend von Kurden bewohnten Viertel. In unmittelbarer Nähe befinden sich die Büros von zwei kurdischen Parteien.
In Bagdad wurden am Vormittag fünf Menschen bei der Explosion einer Bombe verletzt. Der neben einer Brücke versteckte Sprengsatz wurde in dem Moment gezündet, als eine Polizeipatrouille vorbeifuhr. (dpa)