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US-Hardliner attackieren Bush wegen Nordkorea

13. Feb 2007 18:01
Der ehemalige UN-Botschafter der USA, Bolton
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Die Einigung im Atomstreit mit Nordkorea markiert eine Wende in der US-Außenpolitik. Die «Falken» in Washington würden das Regime in Pjöngjang aber lieber zusammenbrechen sehen.

Von Laszlo Trankovits

Nicht einmal ein paar Stunden währte der Eindruck eines außenpolitischen Erfolgs für US-Präsident George W. Bush. Dann aber verdammte zornig der Ex-UN-Botschafter der USA, John Bolton, im Fernsehen die Einigung mit Nordkorea als «schlechten Vertrag», eine Abkehr von den «politischen Prinzipien des Präsidenten» - und machte damit Bush einen Strich durch die Rechnung.

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  • US-Unterhändler Christopher Hill meinte zwar, Bolton sei heute doch nur ein «Privatmann». Aber der Spitzendiplomat ist nicht nur ein enger Vertrauter von US-Vizepräsident Dick Cheney, sondern auch einer der Wortführer der politischen Falken in Washington. Und die scheinen über das Nordkorea-Abkommen entsetzt.

    Denn tatsächlich bedeutet es einen «klaren Kurswechsel» in der US-Außenpolitik, analysierte die liberale «New York Times». Sechs Jahre lang war Bush der Maxime treu geblieben, nach der es Zugeständnisse nur bei einer nuklearen Abrüstung Nordkoreas geben werde.

    Ansonsten setzte die US-Rechte auf eine Politik der Härte, die das Regime Kim Jong Ils zum Kollaps bringen sollte. Nun könnte man «erste Schritte zur Vertrauensbildung» begrüßen, meinte der US-Unterhändler mit Nordkorea in der Regierung Bill Clintons, Gary Samore. Das Abkommen beinhalte aber vor allem Versprechungen - und «die sind im Fall Nordkorea ziemlich wertlos», meinte Samore.

    Glaubwürdigkeit der USA gefährdet?

    Die US-Rechte sorgt sich vor allem um die Glaubwürdigkeit der Supermacht. Das Papier von Peking sende «genau das falsche Signal» an den Iran, wetterte Bolton. Wer Washington lange genug Widerstand leiste, werde belohnt, ohne dass er seine Atomwaffenpläne begraben müsse.

    Viele Republikaner fürchten, dass die Drohgebärden gegen Teheran nun völlig wertlos sind. Zwar betont Bush, dass er mit Diplomatie und Sanktionen den Iran von seinem Nuklearstreben abbringen wolle. Aber seit Monaten sind Vorbereitungen für ein militärisches Vorgehen der USA gegen den Iran unübersehbar.

    Der Ton gegen die Mullahs in Teheran wurde verschärft. Im Irak geht das US-Militär offensiv gegen iranische «Agenten» und Waffenschmuggler vor. Neue US-Truppen, Waffen und Flugzeugträger wurden in die Region geschickt. Die Einigung in Peking ist für US-Falken ein Zeichen der Schwäche. Der Schließung eines Atomreaktors und vagen Versprechungen Nordkoreas stünden massive Energie- und Wirtschaftshilfen gegenüber.

    Ohne jede Erwähnung blieben die vermutlich sechs Atombomben Nordkoreas sowie das Schicksal des Atomwaffenprogramms, das Nordkorea in den 90er Jahren von dem pakistanischen Nuklearexperten Abdul Khadir Khan erworben hatte, meinte die «New York Times» skeptisch.

    Zweifel an Atomstopp Nordkoreas

    Bush-Sprecher Tony Snow verteidigte zwar die Abmachung als Erfolg der Diplomatie, da es am «Ende des Prozesses keine Nukleartechnologie Nordkoreas mehr geben wird». Daran aber werden nicht nur Republikaner zweifeln.

    Ganz im Unterschied zu der Entscheidung des libyschen Staatschefs Muammar al Gaddafi 2003 hat sein nordkoreanischer Kollege Kim Jong Il keineswegs einer nuklearen Bewaffnung abgeschworen. Das wissen auch die Senatoren und Abgeordneten im US-Kongress, wo letztendlich die Entscheidung fallen wird, ob die USA tatsächlich Nordkorea helfen werden, ohne dass Pjöngjang alle Atombomben abgibt. (dpa)

     
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