08. Feb 2007 13:13, ergänzt 14:36
Die italienische Polizei ist den Randalierern auf der Spur, die den Polizisten Raciti beim Fußballspiel in Catania tödlich verletzt haben. Als Konsequenz müssen am Wochenende elf von 21 Ligaspielen ohne Publikum auskommen.
Medienberichten zufolge wurde der 17-jährige Tatverdächtige auf einem Videoband identifiziert. Darauf sei zu sehen, wie er den Polizisten mit einem herausgerissen Waschbecken angreift. Der Sohn eines Facharbeiters sei seit Dienstag in Haft.Italienische Zeitungen berichten zudem von Videos, die zeigten, wie mehrere teilweise vermummte Jugendliche den Polizisten Raciti angreifen und einer ihn in den Bauch schlägt. Raciti arbeitet danach offenbar noch 45 Minuten weiter. Als ein Feuerwerkskörper in seinen Polizeiwagen geworfen wird, klettert er heraus und bricht zusammen, als neben ihm ein weiterer Feuerwerkskörper explodiert.
Die Polizei war zuerst davon ausgegangen, dass Raciti durch den Sprengsatz getötet wurde, eine spätere Untersuchung ergab aber, dass er an einer schweren Leberverletzung starb. Bislang wurden im Zusammenhang mit den Krawallen 38 Personen festgenommen, darunter 15 Minderjährige.
Nach den tödlichen Krawallen in Catania hatte die italienische Regierung am Mittwoch drastische Maßnahmen gegen die Gewalt in den Fußballstadien beschlossen. So müssen Spiele künftig ohne Zuschauer in den Stadien stattfinden, wenn die Vereine die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen nicht getroffen haben. Der italienische Fußballverband kündigte unterdessen an, der unterbrochene Spielbetrieb werde am Wochenende wieder aufgenommen. Ob dabei Zuschauer zugelassen würden, hänge vom Ergebnis der Sicherheitsinspektionen in den Stadien ab, mit der am heutigen Donnerstag begonnen werde, sagte eine Sprecherin des Fußballverbandes.
Nach den Ausschreitungen in Catania auf Sizilien vorigen Freitag, bei denen ein Polizist getötet worden war, waren alle Spiele am vergangenen Wochenende abgesagt worden. Die jetzt von der Regierung vorgeschriebenen Sicherheitsanforderungen in den Stadien erfüllen Medienberichten zufolge in der ersten Liga nur die Vereine in Rom, Turin, Siena und Palermo. (nz)