05. Feb 2007 10:52
In bewaffneten Konflikten werden sie als Soldaten, Spione, Köche oder als sexuelle Dienstleister missbraucht. Gemeint sind mehrere hunderttausend Kinder weltweit.
«Mehr als 250 000 Kinder werden in Streitkräfte gezwungen, und ein Dutzend Länder steht auf einer schwarzen Liste der Uno», sagte der französische Außenminister Philippe Douste-Blazy. «Das ist mehr als ein Verbrechen: Es ist eine Zeitbombe für die Stabilität und das Wachstum Afrikas und darüber hinaus», sagte er der französischen Zeitung «Le Figaro». Die USA lehnen weitere Maßnahmen gegen Kindersoldaten ab. Zusätzliche Aktualität bekam die vom UN-Kinderhilfswerk Unicef und von Frankreich ausgerichtete Konferenz durch das Eingeständnis Großbritanniens, bis 2005 auch 15 Minderjährige in den Irakkrieg geschickt zu haben. Damit hat auch ein EU-Staat gegen die UN- Konvention gegen Kindersoldaten verstoßen.
Ein Massenphänomen sind Kindersoldaten in Bürgerkriegen Afrikas. Auch in Ländern wie Kolumbien, Nepal und Tschetschenien werden Kinder in Streitkräfte oder Milizen gepresst. An der Pariser Konferenz nehmen neben den EU- Staaten, Japan und Kanada auch betroffene Länder wie der Kongo, Haiti, Tschad und Burundi teil. Die USA lehnen weitere Maßnahmen ab.
Die Konferenz soll «Pariser Prinzipien» formulieren, die von der UN-Vollversammlung beschlossen werden sollen. Diese Prinzipien zielen laut Douste-Blazy auf «die Bekämpfung der Rekrutierung, die Befreiung der Kindersoldaten und ihre Wiedereingliederung» in die Gesellschaft. «Es geht um eine Bilanz der seit zehn Jahren laufenden Programme», sagte die UN-Sonderbeauftragte für Kindersoldaten, Radhika Coomaraswamy. (nz)