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Libyen erwartet «Happy End» statt Exekutionen

29. Jan 2007 13:43
In Libyen zum Tode verurteilte Krankenschwestern
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Libyen hat angeboten, die umstrittenen Todesurteile gegen bulgarische Krankenschwestern nicht zu vollstrecken. Einer der Söhne von Revolutionsführer Gaddafi behauptet, deswegen mit Außenminister Steinmeier in Kontakt zu sein.

Nach den international scharf kritisierten Todesurteilen gegen fünf bulgarische Krankenschwestern in Libyen bemüht sich Tripolis um eine politische Lösung des Falls. Tripolis habe Deutschland und Frankreich einen Vorschlag unterbreitet, um die Hinrichtung der Frauen abzuwenden, sagte Seif al-Islam al-Gaddafi, Sohn des libyschen Revolutionsführers Muammar al-Gaddafi, der bulgarischen Zeitung «24 Tschassa» in Paris. «Wir sind einer Lösung sehr nahe», fügte er hinzu.

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Im Aids-Prozess gegen die Bulgarinnen und einen palästinensischen Arzt hatte ein libysches Gericht im Dezember die Todesurteile bestätigt. Ihnen wird vorgeworfen, 400 libysche Kinder vorsätzlich mit dem Aids-Virus angesteckt zu haben. Westliche Experten führen den Ausbruch der Aids-Erkrankungen in dem Kinderkrankenhaus von Bengasi dagegen auf katastrophale Hygienezustände zurück.

Er sei von seinem Vater beauftragt worden, «möglichst bald» einen Ausweg zu finden. Dabei gehe es um einen «Kompromiss», der eine Hinrichtung der seit acht Jahren in Libyen inhaftierten Bulgarinnen ausschließe, sagte der Gaddafi-Sohn, der eine humanitäre Stiftung namens «Gaddafi» leitet. Er habe den Vorschlag «bereits mit dem deutschen und jetzt auch mit dem französischen Außenminister» erörtert. «Ich hoffe, es wird bald ein Happy End geben», sagte er.

Der Plan sehe eine «ernst zu nehmende Abfindung» für die Familien der an Aids erkrankten libyschen Kinder vor. Zudem solle es einen Dialog zwischen den betroffenen Familien und EU-Vertretern geben, die «Mitleid mit deren Schmerz» zeigen sollten, sagte Al-Gaddafi. Seine Stiftung «Gaddafi» wolle die Familien im Gegenzug überzeugen, auf eine Vollstreckung der Urteile zu verzichten. Die Regierungen von Libyen und Bulgarien sowie die EU müssten die Kosten für die Behandlung der an Aids erkrankten Kinder übernehmen. «Der größere Teil» der Finanzmittel müsse aus einem entsprechenden internationalen Fonds aus der EU kommen, forderte er. (nz)

 
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