24. Jan 2007 14:35
Einst zerstörten die Taliban in Afghanistan Schulen, nun steuern sie in die andere Richtung. Die Regierung vermutet, dass die Islamisten gezielt Terroristen ausbilden wollen.
Die 2001 gestürzten Islamisten hatten sich während ihrer Herrschaft als Bildungsfeinde hervorgetan: Laut offiziellen Statistiken brannten sie im vergangenen Jahr mehr als 180 Schulen nieder. 61 Lehrer und Schüler wurden ermordet.Auf ihrer Website teilten die Taliban nun mit, zunächst in zehn Distrikten Kinder unterrichten lassen zu wollen. Den Islamisten haben dafür nach eigenen Angaben eine Million Dollar zur Verfügung.
Laut politischen Beobachtern rechnen die wieder erstarkten Taliban offensichtlich damit, den Untergrund bald wieder zu verlassen. Ihr Schulprojekt begründeten sie damit, in allen Aspekten auf die «Niederlage der Feinde» vorbereitet sein wollen - also auf den Abzug der ausländischen Truppen und den Sturz der Regierung in Kabul.
Dass es soweit noch längst nicht ist, halten die Taliban offenbar kaum für hinderlich. «Die Regierung kontrolliert die Städte (in den betroffen Provinzen), aber wir kontrollieren die gesamten ländlichen Gebiete, also sollte es keine Probleme geben», sagte Taliban-Sprecher Kari Yousuf Ahmadi der britischen BBC.