Taliban wollen eigene Schulen bauen
Auf ihrer Website teilten die Taliban nun mit, zunächst in zehn Distrikten Kinder unterrichten lassen zu wollen. Den Islamisten haben dafür nach eigenen Angaben eine Million Dollar zur Verfügung.
Laut politischen Beobachtern rechnen die wieder erstarkten Taliban offensichtlich damit, den Untergrund bald wieder zu verlassen. Ihr Schulprojekt begründeten sie damit, in allen Aspekten auf die «Niederlage der Feinde» vorbereitet sein wollen - also auf den Abzug der ausländischen Truppen und den Sturz der Regierung in Kabul.
Dass es soweit noch längst nicht ist, halten die Taliban offenbar kaum für hinderlich. «Die Regierung kontrolliert die Städte (in den betroffen Provinzen), aber wir kontrollieren die gesamten ländlichen Gebiete, also sollte es keine Probleme geben», sagte Taliban-Sprecher Kari Yousuf Ahmadi der britischen BBC.
Nun wollen die Taliban angeblich erst Jungen- und dann Mädchenschulen eröffnen. Auch über den Lehrplan haben sich die Islamisten, die nach eigenen Angaben eine «unabhängige Kommission» eingerichtet haben, Gedanken gemacht.
Taliban-Sprecher Ahmadi erklärte, auf dem Stundenplan sollten Fächer wie Geschichte und Erdkunde, Physik und Chemie stehen - und natürlich «islamische Studien». Mit dem Druck tausender Lehrbücher sei bereits begonnen worden. (nz)

