21.01.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Jubelnde Anhänger der US-Demokraten
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Vor den US-Präsidentschaftswahlen müssen die Kandidaten in der eigenen Partei gekürt werden. Dem geht ein mehr als einjähriger Wahlkampf voraus.
Wer in den USA die großen Parteien, Demokraten und Republikaner, am 4. November 2008 als Kandidat bei der Präsidentenwahl vertreten wird, entscheidet sich bei so genannten Vorwahlen (Primaries) oder auch auf Parteiversammlungen (Caucus). Sie finden im ersten Halbjahr des Wahljahres in allen 50 Bundesstaaten, der Hauptstadt Washington und in den Übersee-Territorien der Supermacht statt - nach einem oft mehr als einjährigen Vorwahlkampf.
Offiziell wird dann der Bewerber jeweils auf Parteikongressen der Republikaner und Demokraten nominiert, die meistens im Spätsommer stattfinden. Dort geben Delegierte ihre Stimme ab, die jeweils entsprechend dem Vorwahlergebnis in ihrem Heimatstaat bestimmten Bewerbern verpflichtet sind.
Republikaner reden mitEs gibt «offene» Vorwahlen, bei denen die Wähler ungeachtet ihrer Parteizugehörigkeit für einen Bewerber oder seine Delegierten stimmen. Republikaner können also ein Wörtchen bei den Demokraten mitreden, und umgekehrt. Bei den «geschlossenen» bleiben Parteimitglieder unter sich. Meist sind die Wahlen offen.
Bei einem Caucus treffen sich eingeschriebene Mitglieder in Schulen, öffentlichen Gebäuden, einem Restaurant oder auch einem Privathaus. Sie tragen sich entweder in Listen ein oder stimmen offen ab. Auf späteren Veranstaltungen werden anhand der Prozentsätze die meisten Delegierten des Staates für den Parteitag gekürt. Außerdem kann die regionale Parteiführung Plätze vergeben.
Viel GeldDie gesamte Wahlprozedur fängt damit an, dass ein potenzieller Bewerber ein so genanntes Sondierungskomitee bildet. Es stellt beispielsweise ein Beraterteam zusammen und lotet vor allen Dingen aus, ob genügend Spenden gesammelt werden können, um den geplanten Wahlkampf zu finanzieren. Es folgt dann in der Regel eine offizielle Bekanntgabe der innerparteilichen Kandidatur.
Geld spielt im US-Wahlkampf eine immense Rolle, und die Bedeutung wächst von Wahl zu Wahl. So war der Wahlkampf 2004 der bisher teuerste in der US-Geschichte: Etwa eineinhalb Milliarden Dollar flossen dabei an Spenden an Kandidaten und politische Gruppen. Für den kommenden Wahlkampf haben Experten einen neuen Rekord vorausgesagt. Nach Schätzungen können sich nur Kandidaten Chancen ausrechnen, die über deutlich mehr als 100 Millionen Dollar verfügen. (nz/dpa)