netzeitung.deInternationale Kritik an Hinrichtungen im Irak

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José Manuel Barroso (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe José Manuel Barroso
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EU-Kommissionspräsident Barroso fordert mit Blick auf die Situation im Irak eine internationale Ächtung der Todesstrafe. Auch der Vatikan und Russland haben die Hinrichtungen kritisiert.

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und der italienische Ministerpräsident Romano Prodi haben am Montag nach der Hinrichtung eines Halbbruders von Ex-Diktator Saddam Hussein und eines Ex-Richters die Todesstrafe erneut entschieden abgelehnt. «Wir müssen zusammenarbeiten, um der Todesstrafe ein Ende zu setzen», sagte Barroso nach einem Treffen mit Prodi in Rom.

Kein Mensch habe das Recht, einem anderen das Leben zu nehmen, fügte er mit Blick auf die Exekution von Saddams Halbbruder Barsan al Tikriti und des früheren Vorsitzenden Richters des Revolutionsgerichts, Awad al Bandar hinzu.

Ächtung der Todesstrafe gefordert
Gleichzeitig erklärte Barroso, die EU-Kommission unterstütze die von Italien geforderte Ächtung der Todesstrafe durch die Vereinten Nationen. «Wir schätzen und unterstützen alle italienischen Initiativen bei den Uno, um die Todesstrafe abzuschaffen.» Prodi hatte kurz nach der Hinrichtung Saddam Husseins am 30. Dezember ein «universelles Moratorium» für die Todesstrafe gefordert.

Auch der Vatikan missbilligte die Hinrichtung. Es sei grausam, erneut vom Galgen Gebrauch zu machen, betonte die Vatikanzeitung «Osservatore Romano».

Das russichen Außenministerium äußerte sich ebenfalls kritisch. Die Vollstreckung der Strafe helfe ebenso wenig wie die Hinrichtung Saddams, die Lage im Irak zu stabilisieren, sagte der Sprecher des russischen Außenministeriums, Michail Kaminin, am Montag in Moskau. Nur ein Dialog unter Beteiligung aller politischer und ethnischer Gruppen könne zu einer Normalisierung führen. Daran müssten auch Syrien und der Iran beteiligt werden, sagte Kaminin.

Die beiden Gefolgsleute des Ex-Diktators waren ungeachtet internationaler Appelle am Montagmorgen hingerichtet worden. Die Exekution habe gegen 5 Uhr (Ortszeit/3 Uhr MEZ) stattgefunden, sagte laut CNN ein Anwalt, der mehrere Angehörige des gestürzten Saddam-Regimes verteidigt. (nz)