netzeitung.deUN-Vertreter unter Missbrauchsverdacht

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UN-Soldaten (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe UN-Soldaten
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die Uno steht im Sudan unter schwerem Verdacht: Blauhelmsoldaten sollen sich im ostafrikanischen Sudan an Kindern vergangen haben.

UN-Soldaten im südlichen Sudan sollen Kinder sexuell missbraucht haben. Bei den Tätern handele es sich um Mitglieder der Friedensmission Unmis, wie der Londoner «Daily Telegraph» am Dienstag berichtete.

Die Zeitung beruft sich auf einen internen Bericht des Weltkinderhilfswerks Unicef, für den 20 Betroffene befragt wurden. Demnach waren einige der Misshandelten erst zwölf Jahre alt. Schon wenige Monate nach dem Eintreffen der Blauhelmsoldaten vor zwei Jahren sollen die ersten Soldaten sich an Kindern vergangen haben.

Die für Friedenseinsätze zuständige stellvertretende UN-Generalsekretärin Jane Holl Lute erklärte auf Nachfrage der Nachrichtenagentur AP, dass die Vereinten Nationen den Vorwürfen nachgingen. Die Truppenkommandeure im Sudan seien entsprechend informiert. Noch aber gebe es keine klaren Beweise.

Ermittlungen weltweit
Im Südsudan sind Blauhelme bereits seit Anfangs 2005 im Einsatz. Sie sollen dort ein Friedensabkommen sichern helfen, das die Konfliktparteien nach Ende des 21-jährigen Bürgerkrieges in der Region schlossen. Insgesamt haben die Vereinten Nationen rund 10.000 Mitarbeiter in der Region - neben Blauhelmsoldaten auch Militärpolizisten und zivile Friedensfachkräfte.

Die Uno ist bei ihren zahlreichen Friedenseinsätzen rund um den Globus in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder mit Missbrauchsvorwürfen gegen UN-Soldaten konfrontiert gewesen. In den vergangenen zwei Jahren häufte sich das Problem im Kongo, wo 17.000 UN-Soldaten Dienst tun. Laut einer UN-Statistik vom November leitete die Uno seit Januar 2004 gegen insgesamt 319 Mitarbeiter oder Soldaten weltweit Ermittlungen ein. (nz)