31. Dez 2006 17:43
Das Ende der Sperrstunde in Großbritannien hat laut Ministerin Blears nicht den erwünschten Erfolg gezeigt. Noch immer stehe heftiges Betrinken hoch im Kurs, sagte sie - und erklärte es mit der britischen Mentalität.
Ein Jahr nach Abschaffung der Sperrstunde in den Pubs hat eine britische Ministerin eine ernüchternde Bilanz gezogen. Die Hoffnungen auf ein entspannteres Verhältnis zu alkoholischen Getränken hätten sich nicht erfüllt, erklärte die Ministerin ohne Portefeuille im Kabinett, Hazel Blears. In der Silvesterausgabe der «Sunday Times» wird sie mit der Einschätzung zitiert, dass die Briten weit entfernt seien von der Trinkkultur auf dem europäischen Kontinent, wo man sich beim Ausgehen auch mal mit einem Glas Wein zufrieden gebe.
«Vielleicht ist es unsere angelsächsische Mentalität», so die Labour-Politikerin. «Wir haben wirklich Spaß daran, uns zu betrinken.»
Am 24. November 2005 trat in Großbritannien ein Gesetz in Kraft, das die Sperrstunden um 23.00 Uhr abschaffte. Der Gesetzgeber erhoffte sich davon, das für zahlreiche Schlägereien vor den Pubs verantwortlich gemachte Stoßtrinken («Binge Drinking») kurz vor Ende des Ausschanks zu stoppen. (AP/nz)