30. Dez 2006 19:39
Libyens Staatschef Gaddafi hat die Freilassung der Verurteilten im Aids-Prozess abgelehnt. Sein Land werde sich «westlicher Einmischung» nicht beugen.
Libyen ist nach dem Urteil gegen die sechs unter wachsenden Druck geraten. Dem Gesundheitspersonal wird vorgeworfen, mehr als 400 Kinder absichtlich mit HIV infiziert zu haben. Kritiker sagen, damit sollten Missstände im libyschen Gesundheitssystem vertuscht werden. Wissenschaftler belegten mehrfach, dass es HIV schon zuvor in dem betroffenen Krankenhaus gegeben habe.Gaddafi betonte jedoch, das libysche Justizsystem sei unabhängig. «Westliche Einmischung und Druck in dieser Sache» werde man sich daher nicht beugen.
Das Todesurteil gegen die Krankenschwestern und den Arzt war zuletzt vor einem Berufungsgericht bestätigt worden. Die Verteidiger legten Berufung ein und können den Fall noch vor dem Obersten Gericht verhandeln lassen. (nz)