29. Dez 2006 13:23
Vor einigen Wochen hatte er öffentlich gemacht, dass er bedroht werde. Nun ist Luis Angel Gerez in Argentinien verschwunden. Er hatte gegen einen Ex-Polizisten ausgesagt.
Gerez war ein Hauptbelastungszeuge in einer parlamentarischen Untersuchung gegen den ehemaligen Polizisten Luis Abelardo Patti. Als Sechzehnjähriger war Gerez auf einer Polizeistation gefesselt und gefoltert worden. Er hatte Patti im Prozess als einen der Täter identifiziert. Der 2005 in den Kongress Gewählte konnte das Abgeordnetenamt wegen des Verfahrens nicht antreten. Ihm wird unter anderem Folter von Gefangenen vorgeworfen.Das Verschwinden Gerez' sei «ein direkter Angriff auf die Regierung», sagte der argentinische Präsident Néstor Kirchner. Nach Einschätzung der Vorsitzenden der Menschenrechtsorganisation Großmütter der Plaza de Mayo, Estela de Carlotto, nimmt die Einschüchterung von Zeugen stetig zu. Gerez hatte schon vor einigen Wochen öffentlich berichtet, dass er bedroht werde.
Bereits im September war Julio Jorge López als erster Zeuge in einem Prozess gegen Verantwortliche der Diktatur verschwunden. Er hatte im Prozess gegen den früheren ranghohen Polizisten Miguel Etchecolatz ausgesagt, der wegen Mordes, Freiheitsberaubung und Folter von politischen Gefangenen zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. (epd/nz)