netzeitung.deIran beschleunigt Atomprogramm

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Iranische Atomanlage (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Iranische Atomanlage
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Der Iran verschärft als Antwort auf die beschlossenen Sanktionen den Konfrontationskurs mit dem Westen. Die Urananreicherung soll ausgeweitet werden. Präsident Ahmadinedschad hält die Maßnahmen für eine Lappalie.

Der Iran will trotz den am Samstag vom Weltsicherheitsrat beschlossenen Sanktionen sein Programm zur Urananreicherung fortsetzen - und das sogar beschleunigt. Schon am Morgen werde in der Anlage Natans mit der Annreicherung begonnen, meldete die Teheraner Zeitung «Kajhan» unter Berufung auf den iranischen Chefunterhändler Ali Laridschani. «Das ist unsere unmittelbare Antwort auf die UN-Resolution», wurde Laridschani zitiert. Der Iran habe stets betont, dass er sich internationalem Druck nicht beugen werde.

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad spielte die Bedeutung der Sanktionen herunter. Der Beschluss sei nur «ein Stück Papier» sagte er am Sonntag laut dem Nachrichtensender Chabar. Die Weltmächte würden es bald bereuen, die Strafmaßnahmen verhängt zu haben, zitiert ihn die amtliche Nachrichtenagentur Irna. Der Westen habe damit die Chance freundschaftlicher Beziehungen zum Iran verspielt. Ein Sprecher des Außenministeriums teilte mit, der Iran werde seine Beziehungen zur Internationalen Atombehörde IAEA überdenken.

USA fordern zügiges Handeln
Die USA drängten alle UN-Mitgliedsstaaten unterdessen zur sofortigen Umsetzung der beschlossenen Sanktionen gegen den Iran. US-Außenministerin Condoleezza Rice nannte die einstimmig verabschiedete Entscheidung am Samstag (Ortszeit) in Washington ein «starkes Signal» an die Regierung in Teheran. Der Iran solle sein Atomprogramm beenden und den Konflikt durch Verhandlungen lösen, sagte sie. Teheran habe sich selbst international isoliert.

Der UN-Sicherheitsrat hatte am Samstag erstmals Sanktionen gegen das Land verhängt. Sie sollen die Regierung von Präsident Mahmud Ahmadinedschad zur Aufgabe der Urananreicherung bewegen. Die Resolution untersagt allen UN-Mitgliedsländern die Lieferung von nuklearen Materialien und Technologien an den Iran. Außerdem soll das Vermögen einer Reihe namentlich genannter Personen und Unternehmen, die an den iranischen Atom- und Raketenprogrammen mitarbeiten, gesperrt werden. Der Iran verurteilte in einer ersten Stellungnahme die Resolution. Sie sei «ohne rechtliche Grundlage».

Frankreich rief den Iran zur Kooperation auf. Nur so könne das Land einer «wachsenden Isolierung» begegnen, teilte Außenminister Philippe Douste-Blazy mit. Teheran müsse «den Dialog wählen». Der Westen wirft dem Iran vor, mit dem Atomprogramm heimlich am Bau von Atomwaffen zu arbeiten. (nz)