16. Dez 2006 20:40, ergänzt 21:25
In Kopenhagen haben sich Autonome und Polizisten eine regelrechte Straßenschlacht geliefert. Hunderte Menschen wurden festgenommen, es gab zahlreiche Verletzte.
Die Krawalle waren von einer zunächst friedlichen Demonstration gegen die geplante Räumung eines selbstverwalteten Jugendzentrums ausgegangen. Die Stadt hatte das viergeschossige Gebäude 1982 einer Gruppe von Hausbesetzern überlassen, es aber 2001 an eine christliche Gemeinde verkauft.Die jugendlichen Bewohner weigerten sich, das Haus zu räumen. Ihr Einspruch wurde am 28. August dieses Jahres von einem Gericht abgewiesen.
Zum Protest hatten sich rund 1000 Menschen versammelt. Mehrere Demonstranten aus der Autonomen-Szene bewarfen Polizisten mit Pflastersteinen, zerstörten Schaufensterscheiben und errichteten Barrikaden. Ein Demonstrant verlor mehrere Finger, als ein Kanonenschlag in seiner Hand explodierte. Die Polizei ging daraufhin mit Tränengas gegen die Menge vor.
Augenzeugen zufolge ging die Polizei mit extremer Härte vor. Polizeiwagen hätten Demonstranten überfahren, hieß es. Die Polizei begründete ihr hartes Vorgehen auch mit des Verletzung des in Dänemark geltenden Vermummungsverbotes. (nz)