netzeitung.deNeue Spur im Mordfall Litwinenko

 Herausgeber: netzeitung.de

Litwinenko kurz vor seinem Gifttod (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Litwinenko kurz vor seinem Gifttod
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Ein früherer russischer Spion vermutet, dass Ex-Geheimagent Litwinenko wegen eines Dossiers über eine «hohe Kreml-Figur» sterben musste. Scotland Yard soll inzwischen eine Kopie des Berichts besitzen.

Im Mordfall Alexander Litwinenko verfolgt die britische Polizei eine neue Fährte nach Moskau, wie die BBC berichtete.

Demnach hat ein anderer russischer Ex-Spion bei einer Vernehmung durch Scotland Yard ausgesagt, Litwinenko sei ermordet worden, weil er für eine britische Firma ein belastendes Geheimdossier über eine «hohe Kreml-Figur» erstellt habe.

Litwinenko war mit der radioaktiven Substanz Polonium 210 vergiftet worden, er starb daran am 23. November. Bei dem anderen Ex-Agenten handelt es sich laut BBC um den in Washington lebenden Russen Juri Schwets. Dieser habe mit Litwinenko geschäftliche Beziehungen unterhalten.

Wie Schwets der BBC sagte, verfügt Scotland Yard inzwischen über eine Kopie des von Litwinenko angefertigten achtseitigen Dossiers. Das nicht näher bezeichnete britische Unternehmen habe den Bericht mit internen wirtschaftlichen und politischen Informationen als Entscheidungshilfe vor einer eventuellen Millionen-Investition in Russland in Auftrag gegeben, sagte Schwets.

Einzelheiten des belastenden Papiers seien jedoch an die nicht näher bezeichnete «hochrangige Moskauer Figur» verraten worden. Daraufhin soll die Ermordung Litwinenkos angeordnet worden sein. (nz)