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Gibraltar emanzipiert sich von London

01. Dez 2006 15:21
Der Felsen von Gibraltar
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Die Einwohner Gibraltars haben in einem Referendum am Donnerstag für mehr Unabhängigkeit von London gestimmt. Der Affenfelsen gehört aber weiter zu Großbritannien.

Die Bürger in Gibraltar haben in einem Referendum für eine neue Verfassung gestimmt. Sie gibt ihnen mehr Eigenständigkeit gegenüber der Mutterland Großbritannien: Die Kompetenzen des von der Königin in London ernannten Gouverneurs werden beschnitten.

Das gilt insbesondere im Justizwesen, in dem die lokale Regierung künftig alleine entscheidet. Der Gouverneur bleibt aber für Außenpolitik, innere Sicherheit und Verteidigung zuständig. Gegen Beschlüsse des Parlaments von Gibraltar kann London künftig nur noch in Ausnahmefällen ein Veto einlegen.

«Spanische Ansprüche nicht gerechtfertigt»

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60,2 Prozent der Stimmberechtigten votierten für den Gesetzestext, 37,8 Prozent dagegen. Die Beteiligung betrug 60,4 Prozent. «Die kolonialen Verhältnisse gehören jetzt der Vergangenheit an», sagte Regierungschef Peter Caruana. Es sei der Beginn einer modernen und reifen Beziehung zu Großbritannien.

«Die britische Herrschaft wird aber nicht berührt, genauso wenig wie die sogenannten Ansprüche Spaniens gerechtfertig werden», betonte Caruana. Gibraltars Regierung lehnt spanische Annäherungen ab.

Seit Jahrhunderten Zankapfel

Zentrale Kompetenzen verbleiben auch unter der neuen Verfassung in britischer Hand, um spanische Besitzansprüche zurückzuweisen. Nach dem Vertrag von Utrecht aus dem Jahr 1713 fiele Gibraltar an Spanien, falls London auf seine Hoheitsrechte verzichtet. Die Briten hatten Gibraltar 1704 erobert.

Seitdem ist der so genannte Affenfelsen an der Südspitze der Iberischen Halbinsel ein Zankapfel zwischen Spanien und Großbritannien. Seinen Spitznamen erhielt er wegen der dort lebenden Makaken-Affen.

Gibraltar hat 28.000 Einwohner meist spanischer, portugiesischer oder marokkanischer Herkunft. Sie leben auf einer Fläche von 6,5 Quadratkilometern. (nz)

 
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