14.11.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Luftaufnahme der iranischen Atomanlage Natans
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Der Iran will die umstrittene Anreicherung von Uran schneller vorantreiben als bislang geplant. Die IAEA entdeckte in einer iranischen Anlage unterdessen Spuren von Plutonium.
Trotz drohender UN-Sanktionen plant der Iran den weiteren Ausbau seines Nuklearprogramms. Die Anreicherung von Uran im Forschungszentrum Natans solle in den kommenden Monaten deutlich beschleunigt werden, kündigte Staatschef Mahmud Ahmadinedschad am Dienstag an.
Das Land will demnach bis zum Ende des iranischen Jahres (20. März 2007) rund 3000 Zentrifugen zur Anreicherung von Uran in Betrieb nehmen. Langfristig sollen laut Ahmadinedschad bis zu 60.000 Zentrifugen für die kommerzielle Nutzung der Urananreicherung installiert werden.
Bisher laufen im Atomforschungszentrum Natans nach Angaben der Internationalen Atombehörde IAEA nur zwei Kaskaden von jeweils 164 Gaszentrifugen, die aber kaum zur Anreicherung von Uran eingesetzt wurden. Demnach erreichten die iranischen Techniker bisher nur die Anreicherung kleiner Uran-Mengen auf etwa fünf Prozent.
Rätselhafte SpurenAus einem am Dienstag in Wien veröffentlichten Bericht der IAEA geht hervor, dass in einer iranischen Anlage für Nuklearabfälle Spuren von Plutonium und angereichertem Uran entdeckt worden sind. Teheran sei aufgefordert worden, eine Erklärung dazu abzugeben, hieß es.
Zum Einsatz in Atomwaffen muss Uran bis auf 90 Prozent des spaltbaren U 235 angereichert werden. Ursprünglich hatte die iranische Regierung die Installation von mehr als 1000 Zentrifugen innerhalb eines Jahres angekündigt.
Laut einer Untersuchung der IAEA hat die iranische Führung in den vergangenen drei Monaten so gut wie nichts getan, um die bestehenden Zweifel an seinem früheren, geheimen Atomprogramm auszuräumen. (nz)