Blair fordert von Iran «strategische Wahl»
14.11.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Der Premier habe auch an die USA appelliert, sich mehr als bisher für eine Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts einzusetzen. Dies sei von zentraler Bedeutung für die Beendigung der Gewalt im Irak, sagte Blair den US-Experten. Wiederholt habe er zudem darauf hingewiesen, dass der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern «das größte einzelne Problem» im Nahen Osten sei, so sein Sprecher.
In seiner Rede am Montagabend in London hatte Blair zudem die Führung in Teheran aufgefordert, ihr umstrittenes Atomprogramm aufzugeben und keine Terroristen mehr zu unterstützen. Er warf dem Iran in diesem Zusammenhang vor, die regionalen Konflikte im Irak, Libanon und mit den Palästinensern dazu auszunutzen, von dem Streit um sein Nuklearprogramm abzulenken.
Eine Partnerschaft zwischen dem Iran und dem Westen ist nach Ansicht Blairs nur dann möglich, wenn der Iran sich konstruktiv in den Nahost-Friedensprozess einschalten würde. Andernfalls drohe dem Land die internationale Isolation.
Laut Ahmadinedschad würde der Iran mit Washington direkt verhandeln, wenn die USA ihre Iran-Politik korrigierten und sich nicht mehr in innere Angelegenheiten des Irans einmischten. In der Atompolitik werde sein Land keinerlei Zugeständnisse machen, schränkte Ahmadinedschad ein. Gespräche mit Israel lehnte er weiterhin ab. (nz)

