Netzeitung Logo
 
Aktuelles  »  Politik  »  Ausland
DruckenVersenden
 

Bush fordert weltweite Ächtung des Iran

13. Nov 2006 19:53, ergänzt 22:34
Israels Premier Olmert (l) und US-Präsident Bush
Bild vergrößern
US-Präsident Bush hat die weltweite Isolation des Iran gefordert, sollte das Land seine Atompolitik nicht ändern. Der britische Premier Blair plädiert für eine Einbindung des Iran und Syrien in eine «Gesamtstrategie» für Nahost.

Der amerikanische Präsident George W. Bush hat die Staatengemeinschaft zur weltweiten Ächtung des Iran aufgerufen. Das Land solle so lange isoliert werden, wie es an seinem umstrittenen Nuklearprogramm festhalte, sagte Bush am Montag nach einem Treffen mit dem israelischen Regierungschef Ehud Olmert in Washington.

Mehr in der Netzeitung:
Die Gefährdung durch einen möglichen Atomwaffenbesitz des Irans reiche weit über den Mittleren Osten und Israel hinaus, so der US-Präsident. «Falls Iran Atomwaffen haben sollte, wäre das schrecklich destabilisierend.«

Die USA und Israel sind davon überzeugt, dass Iran mit seinem Atomprogramm auch den Besitz von Atomwaffen anstrebt. Olmert betonte ausdrücklich, dass Israel nicht auf eine Konfrontation mit dem Iran aus sei.

Gespräche mit Syrien derzeit kein Thema

«Wir wollen keinen Krieg», sagte er. «Das geht nicht nur Israel an. Das ist eine moralische Frage für die ganze Welt.» Olmert sagte, seine Regierung sei grundsätzlich zu Verhandlungen mit Syrien bereit. Allerdings seien wegen der Unterstützung der Hamas durch Syrien und dessen Libanon-Politik zurzeit keine Gespräche mit Damaskus möglich.

Auch Bush schloss direkte Gespräche der USA mit Syrien zum gegenwärtigen Zeitpunkt aus. Er machte zur Auflage, dass Syrien der jungen Demokratie im Irak helfen und sich aus dem Libanon heraushalten müsse, damit dort die Demokratie existieren könne. Außerdem dürfe die Führung in Damaskus keine Extremisten auf syrischem Staatsgebiet dulden, so Bush.

Erst am Sonntag hatte das Weiße Haus allerdings direkte Gespräche mit Syrien und dem Iran über die Lage im Irak nicht mehr ausgeschlossen. Nichts sei vom Tisch, sagte der Stabschef im Weißen Haus, Josh Bolten, dem US-Sender CNN.

Blair geht auf Iran zu

Der britische Premierminister Tony Blair appellierte unterdessen an die internationale Gemeinschaft, Iran und Syrien an der Lösung des Nahost-Konflikts zu beteiligen. In einer Grundsatzrede zur britischen Außenpolitik stellte er Teheran sogar eine «neue Partnerschaft» in Aussicht.

Blair machte dabei zur Bedingung, dass der Iran den «Terrorismus» im Irak und im Libanon nicht länger unterstütze. Er forderte die iranische Führung zudem auf, sich im Streit um ihr Atomprogramm an internationale Auflagen zu halten. Zugleich drang er darauf, dass Syrien eine «konstruktive Rolle» in der Region einnehmen solle.

Bush beriet am Abend mit einem parteiübergreifenden Ausschuss unter Leitung des früheren Außenministers James Baker über die künftige Irak-Politik. Die Mitglieder der Kommission «wollen, dass wir im Irak Erfolg haben, genauso wie ich will, dass wir Erfolg haben», sagte Bush, der sich zufrieden über das Gespräch äußerte.

Blair soll der Konferenz am morgigen Dienstag per Video-Link zugeschaltet werden. (nz)

 
Drucken
VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
 
Anschlagsserie mit Dutzenden Toten: 
13-Jährige sprengt sich im Irak in die Luft
Nach dem Tod von acht Zivilisten: 
Syrien kritisiert «Aggression» der US-Armee
 
Krümmungswinkel egal: 
Freiheit für die EU-Gurke
Nach Ende des Kaukasus-Kriegs: 
EU will Russland nicht mehr ausgrenzen
 
Koalition einigt sich bei Online-Durchsuchung: 
BKA-Trojaner erhält Verfallsdatum
Trauerfeier zu Afghanistan-Soldaten: 
Jung würdigt Verdienste «gefallener Soldaten»
 
Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Aus anderen Ressorts
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.