08. Nov 2006 07:45
Er ist Anwalt und setzt sich vehement für einen Abzug der US-Truppen aus dem Irak ein. Und: Keith Ellison ist der erste Anhänger des Islam, der es ins Parlament der USA geschafft hat.
Zum ersten Mal überhaupt ist ein Muslim in den US-Kongress gewählt worden: der 43-jährige Demokrat Keith Ellison. Er setzte sich in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota gegen den Republikaner Alan Fine durch. Ellison ist zugleich der erste Schwarze, der in dem Wahlbezirk mit dem höchsten Anteil demokratischer Wähler in Minnesota in den US-Kongress gewählt wurde. Dem Anwalt kam dabei zugute, dass in den vergangenen Jahren viele Muslime aus dem Bürgerkriegsland Somalia nach Minneapolis gekommen sind. Darüber hinaus gehört jeder fünfte Einwohner in dem rund 615.000 Bürger zählenden Wahlkreis einer Minderheit an.
Seit 1963 konnten die Republikaner in Minneapolis nicht mehr bei Kongresswahlen gewinnen.
Der im Alter von 19 zum Islam übergetretene Anwalt hatte einen entschlossenen Anti-Kriegs- Wahlkampf geführt und einen Abzug der US-Truppen aus dem Irak gefordert. Ellison setzte sich weiterhin für die Einführung eines Mindestlohnes ein.
Ellisons politische Gegner hielten dem demokratischen Abgeordneten vor, dass er als Mitglied des Abgeordnetenhauses von Minnesota selbst Gesetze ignoriert habe. Der Demokrat habe fünf Jahre lang keine Steuern gezahlt, hieß es. Sein Führerschein wurde ihm entzogen, weil er zu viele Strafzettel nicht bezahlt hatte. Außerdem gab es Probleme bei der Abrechnung von Wahlkampfkosten. Ellison begründete die Versäumnisse mit Arbeitsüberlastung.
Ellison wuchs als einer von fünf Brüdern in einer katholischen Familie in Detroit im US-Bundesstaat Michigan auf. 1987 zog er zum Jura-Studium nach Minneapolis. Im selben Jahr heiratete Ellison Ehefrau Kim. Er ist Vater von vier Kindern. (nz)