Präsident Bush indes, wohlwissend um die Bedeutung der Wahl für seine letzten beiden Amtsjahre, hämmerte am Montag in Florida seinen Zuhörern noch einmal ein, was die Republikaner für eine ihrer wichtigsten Trumpfkarten halten: Dass sie die nationale Sicherheit am besten gewährleisten könnten. «Wenn ihr an die Urnen geht, denkt daran - wir befinden uns im Krieg», schärfte er seinen Hörern ein, und er meinte den Kampf gegen den Terrorismus. Die Demokraten hingegen gaben ihre letzten Fernsehwerbe-Dollars für TV-Spots aus, um medial gegen den Irak-Krieg zu Felde zu ziehen.Der Krieg im Zweistromland war denn auch vielen Motivation, die Stimme abzugeben. Die Bush-Regierung habe sie an die Urne gebracht, sagte die 59-jährige Nancy Eldridge aus Falls Church in Virginia - «ihre Inkompetenz, all das Schlechte an ihr, ihre Arroganz, und ich will, dass sich etwas ändert». Auch Mark Black trieb der Krieg im Irak in die Wahlkabine: «Ich war dagegen, dort einzumarschieren», sagte der 32-Jährige. «Wer noch mehr davon will, für den stimme ich nicht.»
Vor allem wird vom Wahlkampf 2006 vielen wohl die Schlammschlacht in Erinnerung bleiben, mit der um Stimmen gerungen wurde. «Ein zorniger Wahlkampf endet im noch zornigeren Ton», titelte die «Washington Post» am Dienstag. Die traditionelle Strategie, Kampagnen mit einer positiven Botschaft zu beenden, hätten die Parteien aufgegeben. «Sie ist von dem Kalkül abgelöst worden, dass Attacken auf den Charakter von Personen und Behauptungen über Korruption das Zünglein an der Waage sein werden» (dpa)