netzeitung.deWerbeschlacht vor Wahlen in USA

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George W. Bush als Wahlkampf-Helfer (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe George W. Bush als Wahlkampf-Helfer
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Für ihren Wahlkampf um die Sitze im US-Repräsentantenhaus und Senat geben Republikaner und Demokraten mehr als zwei Milliarden Dollar aus. Vor allem Kaliforniens Gouverneur Schwarzenegger bekommt rekordverdächtige Spenden.

von Jim Kuhnhenn

Der Wahlkampf in den USA wird am Ende schätzungsweise über 2,6 Milliarden Dollar gekostet haben. Das Geld fließt vor allem in Anzeigenkampagnen und Werbespots in den Wahlkreisen, die als entscheidend für die künftige Zusammensetzung des US-Kongresses gelten. Im Repräsentantenhaus werden alle 435 Sitze neu besetzt. Die Demokraten müssen 15 Mandate hinzugewinnen, um die Mehrheit zu erreichen. Im Senat werden nur 33 der 100 Sitze neu besetzt.

Am 7. November können die Wähler abstimmen. Zuvor werden sie im Fernsehen mit politischer Werbung konfrontiert wie kaum zuvor. Mit mehr als zwei Milliarden Dollar werden die Kosten dafür noch über denen für die Präsidentenwahl 2004 liegen. Ein Gesetz zur Parteienfinanzierung aus dem Jahr 2002, dass die früher unbeschränkten Spenden von Firmen, Gewerkschaften und den Reichen des Landes limitierte, zeigte kaum Wirkung. Die Demokraten fanden neue Wege und konnten vor allem kleine Spender mobilisieren. In den 14 Parlamentswahlkreisen, in denen die republikanischen Amtsinhaber nicht wieder kandidieren, haben die Republikaner durchschnittlich jeweils 1,8 Millionen Dollar an Spenden bekommen, die Demokraten 1,9 Millionen Dollar.

«Es wäre so oder so mehr Geld geworden», sagt Steve Weissman vom Institut für Wahlkampffinanzierung. Evan Tracey von der TNSMI/Campaign Media Analysis Group wies darauf hin, dass Kandidaten von einzelnen Spendern doppelt so viel Geld wie früher bekommen können. Und da sich die Kosten nicht verdoppelt hätten, stehe nun mehr Geld für Anzeigen zur Verfügung.

Millionenspenden für Schwarzenegger
In Kalifornien hat der republikanische Gouverneur Arnold Schwarzenegger seinen Amtsvorgänger beim Spenden-Sammeln fast überholt. Rund 95.000 Dollar kommen täglich in seine Kasse, wie US-Verbraucherschützer errechneten. In den drei Jahren, seit er den Demokraten Gray Davis ablöste, bekam Schwarzenegger 113,4 Millionen Dollar an Spenden. Davis kam in den sieben Jahren, in denen er zwei Mal bei Gouverneurswahlen antrat, auf 120 Millionen Dollar.

Am großzügigsten zeigten Unternehmen und Topmanager. 75 Prozent der Spenden an Schwarzenegger betrugen über 10.000 Dollar, einzelne Firmenchefs spendeten sogar über eine Million Dollar. Schwarzenegger besteht darauf, dass er in seiner Politik keine Einzelinteressen bedienen werde. «Mich kann niemand kaufen», sagte er. (AP)