netzeitung.deKerry entschuldigt sich für Irak-Äußerung

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John Kerry (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

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US-Senator Kerry hat nach seiner umstrittenen Bemerkung zur Irak-Politik der Regierung Wahlkampfauftritte abgesagt. Er entschuldigte sich, betonte aber, eigentlich müsse US-Präsident Bush um Verzeihung bitten.

Der demokratische Senator John Kerry hat gesagt, dass ihm eine umstrittene Aussage zur Irak-Politik der US-Regierung Leid tue. Er bekräftigte aber seine Kritik am Irak-Kurs von Präsident George W. Bush. Vor Studenten in Pasadena hatte der Senator aus Massachusetts am Montag gesagt, wer nicht hart studiere, ende leicht im Irak.

Es habe sich um einen missglückten Scherz gehandelt, er habe die amerikanischen Soldaten im Irak nicht beleidigen wollen, sagte Kerry in der Radiosendung von Talkmaster Don Imus. Das Weiße Haus habe seine Äußerungen jedoch absichtlich verdreht. Zugleich betonte Kerry, dass im Grunde Bush den Soldaten eine Entschuldigung für den Krieg im Irak schulde.

Bei seinem Auftritt in Pasadena sollte Kerry dem Redetext zufolge sagen: «Wisst ihr, wo ihr landet, wenn ihr nicht studiert, wenn ihr nicht clever, wenn ihr intellektuell faul seid? Dann landet ihr bei einem Krieg im Irak. Fragt nur Präsident Bush.» Kerry sagte dann aber: «Ihr wisst, die Bildung, wenn man daraus was macht, wenn man hart studiert, seine Hausaufgaben macht und versucht, clever zu sein, dann kann man es zu etwas bringen. Wenn nicht, dann endet man im Irak.»

Die regierenden Republikaner sahen darin eine Beleidigung der US-Soldaten im Irak und forderten eine Entschuldigung. Bush nannte die Bemerkung «beleidigend und schändlich».

Offenbar wegen des Wirbels um seine Äußerungen sagte Kerry, der als potenzieller Präsidentschaftskandidat im Jahr 2008 gilt, Wahlkampfauftritte für mehrere demokratische Kandidaten ab. Kerrys Mandat steht am 7. November nicht zur Wahl; von den 100 Senatoren werden in der kommenden Woche 33 neu gewählt.

Mit seinem Rückzug aus dem Parlament von Florida bemühte sich unterdessen der Republikaner Ralph Arza um Schadensbegrenzung für seine Partei: Der Abgeordnete war unter Druck geraten, nachdem er Nachrichten mit obszönen und rassistischen Bemerkungen auf dem Anrufbeantworter eines Kollegen hinterlassen hatte. Arza hat dies eingeräumt und erklärt, er sei betrunken gewesen und schäme sich dafür. Erst vor wenigen Wochen legte der republikanische Kongressabgeordnete Mark Foley aus Florida sein Mandat nieder, nachdem bekannt geworden war, dass er anstößige E-Mails mit sexuellem Inhalt an Schüler-Praktikanten geschickt hatte. (nz)