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Wehrmachts-Symbole auf Bundeswehr-Autos

01. Nov 2006 13:24
Bundeswehrsoldat in Afghanistan
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Im Skandal um Totenschädel-Fotos aus Afghanistan hat die Bundeswehr mittlerweile sechs Soldaten vom Dienst suspendiert. Doch nun gibt es ein Bild, das neue Fragen aufwirft.

Thema: Bundeswehr-Skandal
Die Ermittlungen zu den vergangene Woche bekannt gewordenen Totenschändungen durch Bundeswehrsoldaten in Afghanistan haben noch nicht richtig begonnen, da steht der Truppe neuer Ärger ins Haus: Soldaten der Bundeswehr-Elitetruppe KSK sollen mit Geländewagen herumgefahren sein, auf dem ein nachgemachtes Wehrmachtssymbol sichtbar war. Bei einem ersten Einsatz der KSK am Hindukusch ab Ende 2001 sei das nachgemachte Palmensymbol von Adolf Hitlers deutschem Afrika-Korps aufgesprüht gewesen, berichtet das Hamburger Magazin «Stern».

Das Fahrzeug war jedoch nicht das einzige mit Wehrmachts-Dekoration: Das Magazin berichtet unter Berufung auf einen KSK-Soldaten, Bundeswehr-Vehikel mit dem nachgemachten Emblem hätten auch nach deren Verwendung in Afghanistan am Heimatstandort des KSK im baden-württembergischen Calw gestanden.

Das Verteidigungsministerium kündigte an, dem Vorfall nachzugehen. Ein Sprecher wies in einer ersten Reaktion darauf hin, dass es sich auf dem veröffentlichten Foto um ein weißes Fahrzeug handele, das in der Bundeswehr nicht üblich sei. Außerdem sei nicht zu erkennen, ob es sich tatsächlich, wie in dem Bericht behauptet, um einen Geländewagen des Typs «Wolf» handele.

«Ewiggestrige»

Das Afrika-Korps der Wehrmacht kämpfte von 1941 bis 1943 in Nordafrika. Sein Einsatzgebiet erstreckte sich im Verlaufe des Krieges von Tunesien über Libyen bis Ägypten. Nach seiner Vernichtung Ende Juni 1943 in Tunesien wurde es aufgelöst.

Der «Stern» kündigt nun an, ein Foto zu veröffentlichen, das das Symbol auf der Seitentür des Wagens zeigt. Das Bild hätten KSK-Soldaten in ihrem Lager auf der omanischen Halbinsel Masirah aufgenommen. Dort hätten sie sich ab Ende November 2001 auf ihren Einsatz in Afghanistan vorbereitet. «Ein paar unserer Jungs sind Ewiggestrige und fanden es besonders schick, mit dieser Wehrmachtsinsignie herumzufahren», zitiert der «Stern» einen KSK-Soldaten.

Weitere Soldaten suspendiert

Seit vergangener Woche ist das Image der Bundeswehr bereits empfindlich geschädigt: Fotos aus den Jahren 2003 und 2004 wurden bekannt, auf denen Soldaten in Afghanistan mit Totenschädeln aus Grabstätten posieren. Die Respektlosigkeit sorgte für erhebliche Kritik und Angst vor Unruhen in der islamischen Welt.

Die Bundeswehrführung suspendierte unterdessen vier weitere Soldaten wegen der Schädelfotos vom Dienst, wie ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Mittwoch in Berlin mitteilte. Damit ist mittlerweile insgesamt sechs Bundeswehrsoldaten die Ausübung des Dienstes untersagt. Inzwischen ermittelt die Bundeswehr gegen 23 aktive und ehemalige Truppenangehörige - drei mehr als bislang bekannt. Bisher haben drei Soldaten eine Beteiligung gestanden.

Misshandlung durch Deutsche

Erst im Oktober hatte der Bundestag das Mandat der Afghanistan-Truppe turnusgemäß verlängert. Foto und die Aussagen des Soldaten könnten nun Thema im Verteidigungsausschuss des Bundestages werden, der als Untersuchungsausschuss Misshandlungsvorwürfe des früheren US-Gefangenen Murat Kurnaz gegen KSK-Soldaten sowie Rolle und Tätigkeit der deutschen Spezialkräfte bei ihren streng geheimen Afghanistan-Einsätzen 2001 und 2002 untersuchen soll. Der in Bremen geborene Türke hatte gesagt, Soldaten in deutscher Uniform hätten seinen Kopf in einem Lager in Kandahar auf den Boden geschlagen und ihm gedroht.

Politiker vor allem der Oppositionsparteien verlangten nach Bekanntwerden der Misshandlungs-Vorwürfe Kurnaz' eine verstärkte öffentliche Kontrolle der hochgeheim agierenden KSK. (nz)

 
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