Uno warnt Nordkorea vor Atomtest
Tóth drückte die Hoffnung aus, dass Nordkorea das vor genau zehn Jahren geschlossene Atomteststopp-Abkommen unterzeichnen werde. Das Abkommen ist inzwischen von 176 Staaten unterzeichnet und von 135 ratifiziert worden. Die CTBTO wurde eingerichtet, um die Einhaltung der Vereinbarung zu überwachen. Sie kann vor allem unterirdische Atomexplosionen mit hoher Genauigkeit orten und sie dann an die Unterzeichnerstaaten weiterleiten. Zu den Staaten, die das Abkommen noch nicht ratifiziert haben, gehören die Atommächte USA, Indien, Pakistan und auch Israel.
Chinesische Nordkoreaexperten sagten, sie gingen fest von einem Atomtest aus. Die Regierung in Pjöngjang sei dazu fest entschlossen. Der Test werde wohl in der Nähe der Grenze zu China stattfinden, sagte Li Dunqiu, ein Mitarbeiter des Forschungszentrums des Staatsrats. Nur eine Aufhebung der amerikanischen Wirtschaftssanktionen könne die Zündung der Bombe noch verhindern. «Die Entscheidung für den Test ist schon gefallen», sagte Li. Nur die Beendigung der Sanktionen könne die Spannungen noch beseitigen. «Andernfalls ist der Test unausweichlich.» Er werde vermutlich an der Grenze zur chinesischen Provinz Jilin stattfinden.
Einen Zeitpunkt für den Atomtest wussten aber auch die chinesischen Experten nicht zu nennen. In südkoreanischen Medien wurde spekuliert, der angekündigte Test könne am Sonntag durchgeführt werden, dem Jahrestag von Kims Ernennung zum Parteichef 1997. Dieser lobte auf der von KCNA gemeldeten Veranstaltung die Generale, die ein unbesiegbares Militär geschaffen hätten. Kim zeigte sich mit der Militärführung auf einer Kundgebung, bei der die Menschen begeistert «Menschliche Kugeln und Bomben» riefen. Wann die Veranstaltung stattfand, wurde nicht bekannt.
US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld sieht unterdessen von dem angekündigten nordkoreanischen Atomwaffentest die Glaubwürdigkeit der internationalen Gemeinschaft auf die Probe gestellt. Ein erfolgreicher Test Nordkoreas wäre ein Zeichen von Schwäche und würde andere Staaten ermutigen, nach Atomwaffen zu streben, sagte Rumsfeld in Washington. (nz)

