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Uno warnt Nordkorea vor Atomtest

06. Okt 2006 19:40
UN-Sicherheitsrat
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Das höchste Organ der Vereinten Nationen hat den von Nordkorea angekündigten Atomtest als «klare Bedrohung des internationalen Friedens» bezeichnet. Chinesische Experten behaupteten, die USA könnten die Zündung noch verhindern.

Der Weltsicherheitsrat hat Nordkorea am Freitag eindringlich vor dem angekündigten Atomtest gewarnt. «Ein nuklearer Test durch Nordkorea wäre eine klare Bedrohung des internationalen Friedens und der Sicherheit. (...) Er würde den Sicherheitsrat zwingen, seinen Verpflichtungen gemäß der UN-Charta nachzukommen», heißt es in einer Mitteilung, auf die sich der Rat hinter geschlossenen Türen einigte. Sie sollte anschließend vom amtierenden Präsidenten des Rates, dem Japaner Kenzo Oshima, verlesen werden.

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Auch die UN-Behörde zur Überwachung des internationalen Atomteststopp-Abkommens (CTBTO) verurteilte die Ankündigung Nordkoreas, möglicherweise eine Atombombe zu testen. Die Erklärung des Außenministeriums in Pjöngjang sei «höchst bedauerlich und äußerst Besorgnis erregend» warnte der Chef der Behörde, Tibor Tóth, am Freitag in Wien.

Tóth drückte die Hoffnung aus, dass Nordkorea das vor genau zehn Jahren geschlossene Atomteststopp-Abkommen unterzeichnen werde. Das Abkommen ist inzwischen von 176 Staaten unterzeichnet und von 135 ratifiziert worden. Die CTBTO wurde eingerichtet, um die Einhaltung der Vereinbarung zu überwachen. Sie kann vor allem unterirdische Atomexplosionen mit hoher Genauigkeit orten und sie dann an die Unterzeichnerstaaten weiterleiten. Zu den Staaten, die das Abkommen noch nicht ratifiziert haben, gehören die Atommächte USA, Indien, Pakistan und auch Israel.

Entscheidung «schon gefallen»

Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Il trat am Freitag erstmals seit der Ankündigung des Tests öffentlich auf. Kim ließ sich dabei laut dem Bericht der nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA von der Militärführung seines Landes feiern. In den Nachrichten war von dem Atomtest keine Rede.

Chinesische Nordkoreaexperten sagten, sie gingen fest von einem Atomtest aus. Die Regierung in Pjöngjang sei dazu fest entschlossen. Der Test werde wohl in der Nähe der Grenze zu China stattfinden, sagte Li Dunqiu, ein Mitarbeiter des Forschungszentrums des Staatsrats. Nur eine Aufhebung der amerikanischen Wirtschaftssanktionen könne die Zündung der Bombe noch verhindern. «Die Entscheidung für den Test ist schon gefallen», sagte Li. Nur die Beendigung der Sanktionen könne die Spannungen noch beseitigen. «Andernfalls ist der Test unausweichlich.» Er werde vermutlich an der Grenze zur chinesischen Provinz Jilin stattfinden.

Wirtschaftssanktionen verhängt

Die USA hatten im vergangenen Jahr Wirtschaftssanktionen gegen Nordkorea verhängt, weil das Land an Geldfälschung und Geldwäsche beteiligt sein soll. Nordkorea boykottiert seitdem die Sechs-Länder-Gespräche, in denen das Land zur Aufgabe seines Atomprogramms bewegt werden sollte.

Einen Zeitpunkt für den Atomtest wussten aber auch die chinesischen Experten nicht zu nennen. In südkoreanischen Medien wurde spekuliert, der angekündigte Test könne am Sonntag durchgeführt werden, dem Jahrestag von Kims Ernennung zum Parteichef 1997. Dieser lobte auf der von KCNA gemeldeten Veranstaltung die Generale, die ein unbesiegbares Militär geschaffen hätten. Kim zeigte sich mit der Militärführung auf einer Kundgebung, bei der die Menschen begeistert «Menschliche Kugeln und Bomben» riefen. Wann die Veranstaltung stattfand, wurde nicht bekannt.

US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld sieht unterdessen von dem angekündigten nordkoreanischen Atomwaffentest die Glaubwürdigkeit der internationalen Gemeinschaft auf die Probe gestellt. Ein erfolgreicher Test Nordkoreas wäre ein Zeichen von Schwäche und würde andere Staaten ermutigen, nach Atomwaffen zu streben, sagte Rumsfeld in Washington. (nz)

 
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