03.10.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Leere Abflughalle in Georgien
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Am Dienstag hat Russland alle Verkehrsverbindungen nach Georgien gekappt. Moskau behauptet, so den «gigantischen» Aufbau des georgischen Militärs zu verlangsamen. Der georgische Präsident spielte die Angelegenheit herunter.
Russland will auf unbestimmte Zeit die Verkehrsblockade gegen den südlichen Nachbarn Georgien durchsetzen. Das teilte Außenminister Sergej Lawrow mit. Die Blockade war am Dienstag in Kraft getreten.
Die Führung um den georgischen Präsidenten Michail Saakaschwili nutze die Finanzmittel, um «in gigantischem Tempo» das georgische Militär aufzubauen, so Lawrow: «Wir wollen diese Geldströme deutlich einschränken.» Der Kaukasusstaat lebt von dem Geld, das eine halbe Million georgischer Arbeiter in Russland nach Hause überweist.
Der russische Parlamentspräsident Boris Grislow sagte laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Interfax, das Parlament wolle außerdem eine Gesetzesänderung beschließen, wonach die russische Regierung Bankgeschäfte mit anderen Ländern verbieten kann.
Spionage-Verdächtige wieder in MoskauIn dem jüngsten Konflikt zwischen Moskau und Tiflis hatte Georgien am Montag vier russische Offiziere freigelassen, die wegen Spionage angeklagt waren. Tiflis übergab die vier der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). An Bord einer russischen Maschine wurden sie nach Moskau geflogen, wie das Notfallministerium mitteilte.
Saakaschwili versuchte indes, die Spannungen mit Russland herunterzuspielen. Er habe die Truppen seines Landes nicht in höchste Alarmbereitschaft versetzt, weil es keine unmittelbare Bedrohung gebe, sagte er. (nz)