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Wiesenthal-Center hält Ungarn für NS-Mörder

28. Sep 2006 21:25
Das Wiesenthal-Center in Jerusalem erhebt schwere Vorwürfe gegen einen 92-jährigen Ungarn. Er soll zur NS-Zeit an der Ermordung von tausenden Zivilisten beteiligt gewesen sein.

Das Simon Wiesenthal Center Jerusalem hat nach eigenen Angaben einen Kriegsverbrecher aus dem Zweiten Weltkrieg in Budapest aufgespürt. Der 92-jährige Sandor Kepiro soll 1942 als Polizist am Massaker der mit dem Hitler-Regime verbündeten Ungarn im serbischen Novi Sad beteiligt gewesen sein, meldete die ungarische Nachrichtenagentur MTI am Donnerstag.

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Damals wurden mehr als 4000 unbewaffnete Zivilisten ermordet, darunter 1250 Juden. Außerdem wirft das Wiesenthal-Zentrum dem Mann vor, 1944 an der Deportation von Juden aus der serbischen Vojvodina in Nazi-Konzentrationslager mitgewirkt zu haben.

Kepiro war 1946 in Abwesenheit vom kommunistischen Volksgerichtshof Ungarns als Kriegsverbrecher zu 14 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er hat nach MTI-Angaben jahrzehntelang in Argentinien gelebt, soll aber seit 1996 wieder in Budapest wohnen.

Der «Nazi-Jäger» Simon Wiesenthal hatte vor seinem Tod nach eigenen Angaben mehr als 1000 untergetauchte Verbrecher des Nationalsozialismus aufgespürt. Das Wiesenthal-Center ist eine internationale Menschenrechtsorganisation. (nz)

 
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