«Historische Vereinbarung» über Gibraltar
18. Sep 2006 18:05
 |  Britische Maschine auf dem Flughafen von Gibraltar | Foto: AP |
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Bisher mussten Piloten waghalsige Manöver fliegen, wenn sie in Gibraltar landen wollten. Spanien und Großbritannien haben sich jetzt auf umfangreiche Erleichterungen geeinigt. Dadurch werden auch die Landungen sicherer.
Es ist nicht leicht, Gibraltar zu finden. Viele Touristen verfehlen die britische Exklave in Südspanien, wenn sie auf der Autobahn 7 die Costa del Sol hinunterfahren. Nur ein paar hundert Meter vor der Abfahrt steht der winzige Schriftzug «Gibraltar» – ansonsten ist der Ort für spanische Autofahrer quasi nicht existent. Die fehlende Beschilderung scheint gewollt: Gibraltar ist den Spaniern ein Dorn im Auge. Im Vertrag von Utrecht wurde 1713 Gibraltar den Briten zugesprochen. Seitdem fordern es die Spanier zurück, zumindest aber eine geteilte Souveränität. Der Machtkampf um Gibraltar hatte bisher zu Behinderungen auf beiden Seiten geführt.
Keine gefährlichen Anflüge mehr
Jetzt jedoch haben sich Spanien und Großbritannien auf umfangreiche Erleichterungen geeinigt. So wird der Flughafen von Gibraltar für den internationalen Flugverkehr geöffnet. Bisher durften dort nur britische Flugzeuge landen. Die Flieger mussten jedoch gefährliche Anflüge in Kauf nehmen, weil Spanien keinen Überflug über sein Territorium erlaubte.
Der spanische Außenminister und der britische Europaminister verständigten sich außerdem auf eine schnellere Grenzabfertigung, um lange Wartezeiten zu verhindern. Spanien erkennt nun die internationale Telefonvorwahl von Gibraltar an – bisher kann man Gibraltar nur über ein teures und kompliziertes Routing-Verfahren erreichen. Auch die Briten machten Zugeständnisse: So wird es Spaniern Pensionen zahlen, die vor 1969 in Gibraltar gearbeitet haben.
«Historische Vereinbarung»
Der britische Europaminister Geoff Hoon sagte bei der Unterzeichnung in Cordoba, das Abkommen sei eine «wirklich historische Vereinbarung». Über Spaniens Wunsch nach einer geteilten Souveränität sprachen die Politiker jedoch nicht. Der «Affenfelsen» wird also auch in absehbarer Zukunft rein britisch bleiben.
Für das Web ediert von Benjamin Hammer