netzeitung.deItalienische Nonne in Somalia getötet

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Der Körper der ermordeten Nonne wird in ein Flugzeug verladen (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Der Körper der ermordeten Nonne wird in ein Flugzeug verladen
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

In Somalia ist eine italienische Nonne erschossen worden. Die Tat soll im Zusammenhang mit den Islam-Äußerungen des Papstes stehen.

In der somalischen Hauptstadt Mogadischu ist am Sonntag eine Nonne aus Italien erschossen worden. Wie das staatliche italienische Fernsehen berichtete, wurde bei dem Angriff in einem Krankenhaus auch ihr somalischer Mitarbeiter getötet.

«Wir nehmen an, dass die Tat im Zusammenhang mit den Äußerungen des Papstes steht», sagte Yusuf Mohamed Siad, der Sicherheitsbeauftragte der Union der Islamischen Gerichte, die Mogadischu kontrolliert. Bereits beim Freitagsgebet hatten islamistische Fundamentalisten in Somalia zur «Jagd auf den Papst» aufgerufen.

Wie es weiter hieß, drangen zwei bewaffnete Männer in das SOS-Krankenhaus ein, in dem die 65-Jährige Schwester Leonella als Krankenschwester arbeitete. Sie sollen die Frau mehrfach in den Rücken geschossen und ihren somalischen Leibwächter getötet haben. Beide Täter konnten von den Milizen gefasst werden, die Mogadischu kontrollieren.

Vatikan-Sprecher Federico Lombardi sprach von einer schrecklichen Tat. Offenbar gebe es einen Zusammenhang «zur aktuellen Lage», sagte auch er. Der Vatikan beobachte «mit Sorge die Folgen dieser Welle des Hasses».

Seit der Machtübernahme der Islamisten im Mai hatte sich die Sicherheitslage in Mogadischu deutlich verbessert - im Vergleich zu anderen Ländern der Welt ist Somalia, das seit langer Zeit keine funktionierende Zentralregierung besitzt, dennoch gefährlich. In Mogadischu sind so gut wie keine internationalen Hilfsorganisationen tätig. UN-Personal darf die Stadt nur in Ausnahmefällen betreten. Im Juni hatten Unbekannte einen schwedischen Kameramann erschossen. (nz)