15.09.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Muslimische Schülerinnen mit Kopftuch
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die US-Regierung hat in einem Bericht Länder auf der ganzen Welt wegen Verstößen gegen die Religionsfreiheit gerügt. Zu den Gescholtenen zählt auch Deutschland.
Wegen massiver Verstöße gegen die Religionsfreiheit haben die USA China, den Iran, den Sudan sowie fünf weitere Länder angeprangert. Das geht aus einem am Freitag in Washington veröffentlichten Bericht über die weltweite Lage der Religionsfreiheit hervor. Die Politik der Bundesregierung sei zwar allgemein auf die freie Ausübung der Religion ausgerichtet: Doch halte hier die Diskriminierung von religiösen Minderheiten an, hieß es von Seiten der US-Regierung.
Als Beispiel wird die Behandlung von Mitgliedern der Scientology-Organisation sowie der Zeugen Jehovas genannt. Beide Fälle waren auch schon im Vorjahr kritisiert worden. Darüber hinaus führt das State Department das Kopftuchverbot für muslimische Lehrerinnen in einigen Bundesländern an.
US-Außenministerin Condoleezza Rice sagte, die Förderung von Religionsfreiheit und Toleranz über die Grenzen der USA hinaus sei eine grundlegende Komponente der nationalen Sicherheit. Es gehe um eine friedlichere Welt für Menschen aller Glaubensrichtungen.
Erstmals hob die US-Regierung unter den Ländern mit besonders groben Verstößen Usbekistan heraus. Usbekistan sei ein Beispiel dafür, wie Regierungen Anhänger von bestimmten Religionen zu Gesetzlosen machen, sagte Botschafter John Hartford. Auch China unterdrücke mit harter Hand die Aktivitäten von religiösen Gruppen, die nicht vom Staat anerkannt seien. (nz)