Polens Regierungschef attackiert Köhler
Köhler hatte auf dem Treffen in Berlin für verstärkte Bemühungen um eine Verständigung zwischen Polen und Deutschen geworben. Zugleich unterstütze er die Bestrebungen der Großen Koalition, in Berlin ein Zentrum gegen Vertreibungen zu gründen. Die Erinnerung an die Vertreibungen sei notwendig, so Köhler, «weil die Kultur und die Geschichte der Vertriebenen zu unserer Identität gehört».
Würde Polen sich ähnlich mit seinen einstigen Territorien im heutigen Litauen, Weißrussland und der Ukraine befassen, würde es international schwere Vorwürfe geben und der Beitritt zur Nato wäre womöglich verweigert worden, erklärte Kaczynski.
In Polen stößt die von Vertriebenenpräsidentin Erika Steinbach in Berlin organisierte Ausstellung «Erzwungene Wege» auf scharfe Kritik. Nicht nur Regierungspolitiker in Polen, das im Zweiten Weltkrieg zu den am meisten unter der deutschen Besatzung leidenden Länder gehörte, fürchten, Deutschland versuche die Geschichte des Zweiten Weltkriegs durch Überbetonung des Leids der Vertriebenen zu relativieren. (nz)

