28.08.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Helfer mit Verletztem
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Bei mehreren Explosionen in dem türkischen Ferienort Marmaris an der Mittelmeerküste sind zahlreiche Menschen verletzt worden - darunter zehn Briten.
Bei einer Serie von Bombenexplosionen im türkischen Badeort Marmaris sind in der Nacht zum Montag 21 Menschen verletzt worden. Laut Angaben der Polizei handelt es sich um zehn britische Urlauber und elf Türken. Eine Urlauberin aus Großbritannien werde am Montag noch auf der Intensivstation behandelt. Alle anderen Verletzten seien außer Lebensgefahr, teilten die Behörden mit.
Anschläge an VergnügungsstraßeDie erste Bombe war in einem Kleinbus versteckt und explodierte während der Fahrt durch das Zentrum. Kurz Zeit später kam es zu weiteren Explosionen in Abfallbehältern. Dabei wurden sechs türkische Passanten verletzt.
Die Detonationen ereigneten sich an der Hauptvergnügungsstraße des Mittelmeerortes, an der sich zahlreiche Bars, Clubs, Cafés und Restaurants befinden. Die Polizei verschärfte umgehend die Sicherheitsvorkehrungen ließ die Mülleimer in der Stadt entfernen. Außerhalb von Marmaris wurden mehrere Straßenkontrollstellen errichtet.
Täter bislang unbekanntZunächst bekannte sich niemand zu den Explosionen. In der Vergangenheit richteten sich immer wieder Anschläge kurdischer Extremisten gegen Ziele in türkischen Urlaubsorten.
Im vergangenen Jahr sprengten Extremisten einen Minibus im Touristenzentrum Kusadasi und töteten dabei fünf Menschen; 13 weitere wurden verletzt.
Paketbombe explodiertWenige Stunden vor dem Anschlag in Marmaris war es bereits zu einer Explosion im Istanbuler Außenbezirk Bagcilar gekommen. Dort wurden sechs Menschen durch eine Paketbombe verletzt. Das Paket war an einer Schulmauer in dem Stadtbezirk im europäischen Teil deponiert, wie der Istanbuler Polizeichef Celalettin Cerrah mitteilte.
Die verbotene Kurdische Arbeiterpartei PKK, die erst vor zwei Jahren eine mehrjährige Waffenruhe für beendet erklärt hatte, kämpft seit mehr als 20 Jahren mit Gewalt für mehr politische Rechte der Kurden in der Türkei. Bei einem 15-jährigen Guerillakrieg im Südosten des Landes waren von 1984 bis 1999 mehr als 30.000 Menschen ums Leben gekommen. (nz)