Nur fünf Tage vor Ablauf des UN-Ultimatums zum Stopp der Urananreicherung im Iran hatte das Land einen weiteren Schritt zum Ausbau seines umstrittenen Atomprogramms unternommen. Präsident Mahmud Ahmadinedschad weihte am Samstag in Arak eine Anlage zur Herstellung von so genanntem Schweren Wasser ein. Schweres Wasser wird in speziellen Schwerwasserreaktoren eingesetzt, bei denen Plutonium als Abfallprodukt anfällt. Dieses kann zum Bau von Atomwaffen verwendet werden. Nach offiziellen iranischen Angaben dient die Anlage vor allem medizinischen Zwecken.Ahmadinedschad sagte bei der Einweihung der Anlage, das Atomprogramm seines Landes diene friedlichen Zwecken. Es sei gegen kein Land, «auch nicht gegen das zionistische Regime» in Israel gerichtet. Der Westen hatte dem Iran zuvor die Lieferung von Leichtwassereaktoren angeboten, bei deren Betrieb Plutonium nur schwer zu gewinnen ist.
Der Vizechef der iranischen Atomorganisation, Mohammad Saidi, sagte am Sonntag, Teheran brauche sowohl Schwer- als auch Leichtwasserreaktoren. (nz)