Iran verweigert Verzicht auf Nuklearforschung
25. Aug 2006 22:47
 |  Irans Präsident Ahmadinedschad
| Foto: dpa |
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Zwar halten Politiker die iranische Antwort auf das Atom-Ultimatum der Uno für unzureichend, doch kaum einer weiß, was wirklich in dem Schreiben des Golfstaates steht. Nun werden erste Details bekannt.
Die iranische Antwort auf das internationale Verhandlungsangebot enthält nur die bereits bekannten iranischen Maximalpositionen der Teheraner Regierung, Signale zum Kompromiss fehlen jedoch. Das berichtet die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» unter Berufung auf das 21-seitige, in englischer Sprache verfasste Papier.
Frist bis Ende August
Iran sei nicht bereit, die Uran-Anreicherung - wie von der internationalen Gemeinschaft gefordert - als Vorbedingung vor Verhandlungen auszusetzen. Solche Fragen sollten im Laufe der Verhandlungen erörtert werden, heiße es in der am Dienstag übermittelten Antwort. Bisher waren daraus keine Inhalte bekannt geworden. Westliche Regierungen hatten das Papier aber als nicht ausreichend zurückgewiesen und den angeblich fehlenden Bezug auf die UN-Forderung nach einem Verzicht auf die Uran-Anreicherung bemängelt. Vor Monaten hatte EU-Außenpolitiker Javier Solana dem Iran ein Angebot überbracht, in dem die Staatengemeinschaft Iran wirtschaftliche Zusammenarbeit in Aussicht stellte, sofern der Golfstaat sein umstrittenes Nuklearforschungsprogramm aufgebe. Iran steht unter Verdacht, dies nicht nur zu friedlichen Zwecken zu betreiben. Der UN-Sicherheitsrat hatte der iranischen Regierung eine Frist bis zum 31. August gesetzt, um die Urananreicherung zu stoppen. Teheran hatte am Dienstag offiziell auf das Angebot geantwortet und sich zu «ernsthaften Verhandlungen» bereit erklärt.
Tür ist offen
Das Papier sei keine direkte Antwort auf die westliche Offerte, berichtete die «FAZ» weiter. Der außenpolitische Gesandte der EU, Javier Solana, kündigte an, er werde das Gespräch mit dem Iran suchen, um Klarheit über die Antwort auf das internationale Verhandlungsangebot zu bekommen. Die USA, Deutschland und Frankreich haben schon angedeutet, dass sie die iranische Antwort für unzureichend halten. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte am Freitag nach einem Treffen mit dem französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac in Paris, es fehle ein Bezug auf die geforderte Aussetzung der Urananreicherung. «Aber die Tür ist offen» für den Iran. (nz)