netzeitung.deVenezuela plant eigene Kalaschnikow-Fabrik

 Herausgeber: netzeitung.de

Hugo Chávez (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Hugo Chávez
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Der venezolanische Präsident Chávez hat in Russland die Fabrik für Kalaschnikow-Sturmgewehre besucht. Doch Beobachter sind überzeugt, dass es Chávez bei seiner Reise um mehr als militärische Ausrüstung geht.

Der venezolanische Präsident Hugo Chávez hat am Mittwoch in der zentralrussischen Rüstungsstadt Ischewsk die Kalaschnikow-Fabrik «Ischmasch» besichtigt. Der US-Kritiker kündigte nach Angaben der Agentur Interfax an, in seinem Land eine Fabrik zum lizenzierten Nachbau des russischen Sturmgewehrs errichten zu wollen. Russlands Verteidigungsminister Sergej Iwanow sicherte Venezuela am Mittwoch die vereinbarte Lieferung von 30 Kampfjets vom Typ Su-30 sowie von 30 Hubschraubern zu.

Am Dienstag hatte Chávez mit der Führung des größten russischen Ölkonzerns Lukoil in Wolgograd einen Vertrag über die Erschließung von zwei Ölfeldern in Venezuela abgeschlossen. Chávez wird am Donnerstag in Moskau erwartet, wo er auch mit Präsident Wladimir Putin zusammentreffen soll.

Beobachter sind überzeugt, dass es Chávez bei seiner Reise um weitaus mehr als um umfangreiche Waffenkäufe geht. Sie glauben, dass er die Bildung einer Allianz mit Gegnern der Regierung von US-Präsident Bush anstrebt und dass Russland dafür offen ist. Der willkommene Empfang, den Chávez in Russland genießt, zeige, dass Moskau der Anti-US-Gruppe verbunden sein möchte, wenn nicht gar, dass Russland sie anführen wolle, behauptete Ivan Safranchuk vom amerikanischen World Security Institute gegenüber der „Financial Times“.

Treffen mit Lukaschenko
Die Erwartungen von Chávez an den Russland-Besuch sind offenbar hoch: Es wird damit gerechnet, dass er Putin bei dem Treffen auch um Unterstützung für Venezuelas Kampagne für einen nicht-ständigen Sitz im Weltsicherheitsrat bitten wird.

Zum Auftakt seiner Europareise hatte sich Chávez in Weißrussland demonstrativ mit dem international isolierten Staatschef Alexander Lukaschenko im Widerstand gegen die USA verbündet. Chávez wird von Russland aus weiter in den Iran fliegen. (nz)