18. Jul 2006 07:56
Die Türkei droht dem Irak mit einem Militäreinsatz. Die Regierung in Ankara wirft dem Nachbarland vor, nichts gegen die kurdischen PKK-Anhänger im irakischen Norden zu unternehmen.
Die Regierung in Ankara sieht USA und Irak in der Pflicht, gegen die Präsenz der kurdischen Extremisten von der PKK auf irakischem Boden vorzugehen. Sie lud die Botschafter der USA und des Irak in Ankara ins türkische Außenministerium vor. Amerikaner und Iraker müssten dafür sorgen, dass der «Aufruhr» der PKK im Norden Iraks beendet werde, so die Forderung. Nach Ansicht der Türkei ist eine Militärintervention im Irak durch das Recht auf Selbstverteidigung gedeckt.Die PKK, die von der Türkei, den USA und der EU als Terrororganisation eingestuft wird, steuert von Rückzugslagern in Nordirak aus Angriffe und Anschläge in der Türkei. Allein in den vergangenen fünf Tagen starben laut türkischer Angaben 14 Soldaten, Polizisten und staatstreue kurdische Milizionäre bei Kämpfen.
Allein in der vergangenen Woche töteten Untergrundkämpfer der verbotenen Arbeiterpartei PKK 16 türkische Sicherheitskräfte. Am Montag kam bei einem Rebellenangriff in der Provinz Batman ein Polizist ums Leben.
Die türkische Armee hatte im Frühjahr eine Großoffensive gegen die PKK im Südosten des Landes gestartet. Die gemeinsame Grenze beider Länder ist etwa 330 Kilometer lang und schwer zu überwachen. (nz)