09. Jul 2006 10:57
Die Bedingungen in einem Teheraner Gefängnis setzen dem dort einsitzenden Deutschen Donald Klein offenbar gesundheitlich stark zu. Klein war wegen illegalen Eindringens in iranische Hoheitsgewässer verurteilt worden.
In einem Brief an seine Frau schrieb Klein dem Bericht zufolge bereits am 7. April, er fühle sich reduziert zu einer «körperlichen Hülle» und habe «trübe Gedanken wie Brei». Die Sache werde bald enden, «so oder so». Seine Frau sagte dem Magazin: «Donald weiß, wenn er mehrere Tage nichts isst, dann versagt die Bauchspeicheldrüse.» Sie habe ihren Mann mehrmals am Telefon angefleht, sich nicht umzubringen. Doch er habe erwidert: «Dann gehe ich halt kaputt.»Auch die ihn betreuenden Botschaftsmitarbeiter informierte Klein nach «Focus»-Informationen über die Selbstmordabsichten. Darum habe die Botschaft inzwischen einen Pfarrer hinzugezogen. Die Diplomaten hätten sich auch um einen Arzt bemüht, aber Klein habe den Zutritt verweigert und gesagt: «Wenn ich einen Mediziner treffe, dann nur in Deutschland.» Kleins Rechtsanwalt Klaus Kübler sagte, die psychische und gesundheitliche Situation seines Mandanten sei unhaltbar.
Der Hochsee-Angler Klein und ein Franzose waren im November in der Straße von Hormuz festgenommen worden. Im Januar wurden sie wegen illegalen Eindringens in iranische Hoheitsgewässer zu 18 Monaten Haft verurteilt. Die beiden hatten sich in der Nähe der Insel Abu Mussa aufgehalten, die ein strategischer Militärstützpunkt sein soll. (nz)