netzeitung.deKurden bekennen sich zu Anschlag in Antalya

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Ein durch die Detonation verletzter Mann wird ins Krankenhaus gebracht (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Ein durch die Detonation verletzter Mann wird ins Krankenhaus gebracht
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Hinter dem Anschlag auf Touristen in einem türkischen Ferienort stehen offenbar radikale Kurden. Eine Gruppe übernahm die Verantwortung für den Anschlag, während die Behörden weiter von einer Gasexplosion sprechen.

Militante Kurden haben sich zu einem Anschlag in dem Urlaubsort Antalya bekannt. Durch die Detonation waren am Sonntag drei ausländische Touristen und ein Kellner ums Leben gekommen.

Die Explosion sei eine Warnung vor Reisen in die Türkei, sagte ein Vertreter der Freiheitsfalken Kurdistans am Dienstag der prokurdischen Nachrichtenagentur Firat. Das Büro des Gouverneurs von Antalya wies das Bekenntnis zurück und erklärte, in dem betroffenen Restaurant sei lediglich ein Gasbehälter explodiert.

Die Zeitung «Vatan» berichtete hingegen von Aufnahmen einer Sicherheitskamera, die die offizielle Darstellung widerlegten. Auf dem Video sei zu sehen, wie eine Person rund 20 Minuten vor der Explosion ein Paket in einem Abfalleimer nahe dem Restaurant verstecke. «Vatan» veröffentlichte allerdings keine Fotos, die diese Darstellung belegen könnten.

Behörden fürchten Folgen für Tourismus
Das Restaurant, vor dem sich die Detonation ereignete, befindet sich in der Nähe eines Wasserfalls im bei Touristen beliebten Viertel Manavgat. Die türkischen Behörden sind mit Informationen über mögliche Anschläge in der Hochsaison oft zurückhaltend. Nach einem Bombenanschlag in Istanbul am 15. Juni mahnte der dortige Polizeichef Medienvertreter, den Vorfall nicht zu «übertreiben, weil die Touristensaison beginnt».

Bei den Todesopfern vom Sonntag handelte es sich nach Behördenangaben um einen Russen, einen Norweger, einen Ungarn und einen türkischen Kellner. Die Freiheitsfalken Kurdistans haben sich bereits zu mehreren Sabotageakten, Bränden und Explosionen bekannt.

Die Behörden wiesen diese Angaben jeweils entweder zurück oder konnten sie nicht bestätigen. Auch den Großbrand im Frachtbereich des Istanbuler Flughafens im Mai will die Gruppierung ausgelöst haben. Die Behörden nannten dafür bislang keine Ursache. (nz)