15.06.2006
Herausgeber: netzeitung.de
US-Präsident Bush bekommt seine Reden künftig von einem neuen Sprecher geschrieben
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
US-Präsident Bush wird in seinen Reden künftig einen anderen Ton anschlagen. Sein Redenschreiber und enger Berater zieht sich nach sieben Jahren aus der Politik zurück.
Der wichtigste Redenschreiber des US-Präsidenten George W. Bush, Michael Gerson, will in Kürze zurücktreten. Gerson formulierte die meisten von Bushs öffentlichen Aussagen in den letzten sieben Jahren und gilt als enger Berater des Präsidenten, wie die Zeitung «Washington Post» am Donnerstag berichtete.
Gerson erfand die «Achse des Bösen»Gerson arbeitete seit Beginn der Wahlkampagne 1999 für Bush und schrieb seitdem die wichtigsten Reden, darunter Bushs Reden zur Lage der Nation und die Ansprachen des Präsidenten unmittelbar nach den Anschlägen am 11. September 2001. Er prägte unter anderem den Ausdruck «Achse des Bösen» für die Staaten Iran, Irak und Nordkorea, hieß es in dem Bericht.
Zudem soll Gerson unmittelbaren Einfluss auf die Politik des Präsidenten gehabt haben. William Kristol, Leiter des Büros für Strategische Planung im Weißen Haus, sagte der Zeitung, Gerson sei der einflussreichste Redenschreiber seit Ted Sorenson gewesen, der die Reden des früheren amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy geschrieben hatte.
Einfluss auf AußenpolitikSo prägte Gerson laut Kristol unter anderem die so genannte Bush-Doktrin mit, also eine Außenpolitik, die nach Darstellung der USA weltweit für Demokratie und Marktwirtschaft eintritt und Gefahrenquellen präventiv bekämpft. Er habe sich zudem für den Kampf gegen Aids eingesetzt.
Der 42-jährige Gerson wolle nun als Schriftsteller und Politikberater arbeiten, berichtete die Zeitung weiter. Das Ausscheiden sei bereits länger geplant gewesen. Mit Gerson verlässt der vierte langjährige Mitarbeiter die Bush-Administration: In diesem Jahr traten bereits der Stabschef im Weißen Haus, Andrew Card, der Sprecher Scott McClellan und Finanzminister John Snow zurück. (nz)