netzeitung.deIran lobt Atom-Angebot als «Schritt nach vorn»

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Mottaki in Madrid (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Mottaki in Madrid
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Irans Außenminister Mottaki hat sich positiv über das Verhandlungspaket zur Beilegung des Atomkonflikts geäußert. Die Seite mit den Sanktionen, die die Vetomächte und Deutschland sich vorbehalten, wurde Teheran nicht übermittelt. Thema: Atomstreit mit Iran Blockfreie im Atomstreit auf Irans Seite Iran muss bis Ende Juni auf Offerte reagieren Iran will Korrekturen an UN-Atomangebot Steinmeier hofft auf Vernunft in Teheran

Der Streit um das iranische Atomprogramm verliert an Schärfe. Irans Außenminister Manutschehr Mottaki nannte das internationale Kompromissangebot am Mittwoch einen «Schritt nach vorn». Er wollte jedoch bei seinem Besuch in Madrid nicht sagen, wann Teheran über die Annahme oder Ablehnung des Angebots entscheiden werde. Zunächst solle das Papier genau geprüft werden.

Danach werde der Iran Deutschland, Großbritannien und Frankreich über seine Ansichten informieren, sagte Mottaki. Außerdem seien Diskussionen mit anderen europäischen Ländern, mit China, Russland und blockfreien Staaten geplant. Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad traf zu einer Sicherheitskonferenz in China ein. Auch dürfte in den Gesprächen das iranische Atomprogramm ein wichtiges Thema werden.

Urananreicherung in Isfahan
Die fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrates und Deutschland wollen den Iran mit einer Kombination aus Anreizen und Drohungen zu einem Stopp der Anreicherung von Uran bewegen. Laut der Wiener Zeitung «Der Standard», die Einsicht in das Angebot erhielt, ist darin die Wiederaufnahme der Urananreicherung nicht ausgeschlossen.

Aus diplomatischen Kreisen in Wien hieß es am Mittwoch, das Dokument erhielte auf drei Seiten konkrete Vorschläge für eine intensive Zusammenarbeit mit Teheran bei der zivilen Nutzung der Kernenergie. Auf einer vierten Seite, die Teheran «aus offensichtlichen Gründen» nicht übermittelt worden sei, stehen die möglichen Sanktionen, sollte der Iran die Vorschläge ablehnen und die umstrittene Urananreicherung fortsetzen. Unter anderem drohen die Sechs dem Iran darin mit einer verschärften UN-Resolution und politischen sowie wirtschaftlichen Sanktionen.

Offenbar würden die sechs Staaten Teheran die weitere Umwandlung von Uranerz in seiner Atomanlage bei Isfahan gestatten, wenn das Vertrauen in das Land wieder hergestellt sei. Die Anreicherung zur Herstellung von Uranbrennstäben für iranische Kernkraftwerke bliebe dagegen einem «internationalen Brennstoffkreislauf-Zentrum in Russland» vorbehalten. (nz)