Leichte Bewegung im Atomstreit: Iran sieht «positive Schritte»: 

netzeitung.deIran sieht «positive Schritte» im Angebot

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Iranische Atomanlage Natans (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Iranische Atomanlage Natans
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Im Streit um sein Atomprogramm hat der Iran die jüngste Offerte vorsichtig begrüßt. Die Veto-Mächte und Deutschland hatten Teheran wirtschaftliche und technische Unterstützung für eine Einstellung der Urananreicherung angeboten.

Der Iran hat am Dienstag verhalten positiv auf ein Angebot der fünf Veto-Mächte und Deutschlands reagiert, sein Programm zur Urananreicherung als Gegenleistung für wirtschaftliche und technische Unterstützung einzustellen. Sein Gespräch mit dem EU-Außenbeauftragten Javier Solana, der das Angebot in Teheran erläuterte, sei konstruktiv gewesen, sagte Atom-Chefunterhändler Ali Laridschani. Das Angebot enthalte «positive Schritte und auch einige Unklarheiten.»

Wie verlautete, würden die USA dem Iran in beschränktem Maß Atomtechnologie zur Verfügung zu stellen. Voraussetzung sei, dass der Iran auf die Anreicherung von Uran verzichte. In einem Entwurf des Angebotspaketes war vorgesehen, dass Teheran Hilfe beim Bau von Atomreaktoren erhält und die Lieferung von Brennstäben garantiert wird.

Die USA wollen darüber hinaus die Lieferung von Passagiermaschinen und Ersatzteilen durch Boeing ermöglichen, was seit der Revolution 1979 verboten ist. Das Angebot umfasst aber auch die Drohung, bei einer harten Haltung Teherans den Weltsicherheitsrat einzuschalten. Wie es in den Wiener Diplomatenkreisen weiter hieß, erläuterte Solana in Teheran jedoch nur die Anreize.

Der iranische Außenminister Manutschehr Mottaki erklärte in einem Telefongespräch mit seinem japanischen Kollegen Taro Aso, man werde das Angebot «sehr genau» prüfen. Doch habe sein Land das Recht, Atomtechnik zu friedlichen Zwecken zu entwickeln. Wie das japanische Außenministerium weiter erklärte, machte Mottaki die USA für das Misstrauen zwischen Teheran und Washington verantwortlich.

Chefunterhändler Laridschani sagte nach dem zweistündigen Treffen mit Solana, die iranische Regierung hoffe, «dass es wieder Verhandlungen und Beratungen geben wird, nachdem wir die Vorschläge gründlich geprüft haben». Solana selbst bezeichnete das Treffen als «sehr nützlich» und «sehr, sehr konstruktiv». Auch der Ölmarkt reagierte positiv: In New York sank der Preis für ein Barrel (159
Liter) um 75 Cents auf 71,85 Dollar.

Die verhalten positiven Reaktionen sind eine Abkehr von bisherigen Stellungnahmen. Das geistige Oberhaupt des Landes, Ayatollah Al Chamenei, hatte noch am Sonntag für den Fall eines amerikanischen Militärschlags mit einer Unterbrechung der Öllieferungen gedroht und damit den Ölpreis in die Höhe getrieben.(nz)