Merkel besucht Bischof von Schanghai:
Merkel verteidigt in China Religionsfreiheit
23.05.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Als erster deutscher Regierungschef traf sie am Dienstag in Schanghai einen hohen Vertreter der Christen in China, den katholischen Bischof Aloysius Jin.
Jin ist Bischof der katholischen Staatskirche in China, die den Papst nicht als Oberhaupt anerkennt, doch ist er mit dem Segen des Vatikans geweiht. Beim Abschied sagte Jin zu Merkel: «Ich werde immer für Sie beten». Die Kanzlerin zeigte sich im Anschluss an die Begegnung mit Jin, der fließend deutsch spricht, «sehr gerührt».
Die Kanzlerin zog ein gemischtes Fazit ihrer Gespräche mit der chinesischen Staats- und Parteiführung über die Menschenrechte. Ihre Gastgeber hätten bei dem Thema «aufmerksam hingehört». Die Erfahrung, dass Demokratie und Freiheit für eine Gesellschaft förderlich seien, würde nur «zögerlich angenommen». Es müssten noch viele weitere Gespräche geführt werden.
Zum Abschluss ihres Aufenthalts in China will Merkel in Schanghai noch mit dem Transrapid vom Stadtzentrum zum Flughafen fahren. Derzeit laufen Verhandlungen über die Verlängerung der Strecke. Am Mittag (Ortszeit) will die Kanzlerin sich dann auf den Rückflug nach Berlin machen. (nz)

