16.05.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Venezuelas Präsident Chávez
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Auseinandersetzung zwischen den USA und Venezuela gewinnt an Schärfe. Präsident Chávez nennt US-Präsident Bush einen «Völkermörder». Und der ordnet Strafmaßnahmen gegen die Lateinamerikaner an.
Die USA haben gegen Venezuela ein Waffen- und Rüstungsembargo verhängt. Der Sprecher des US-Außenministeriums, Sean McCormack, begründete die Strafmaßnahme am Montag in Washington mit einer ungenügenden Zusammenarbeit des lateinamerikanischen Landes im Kampf gegen den Terrorismus.
Venezuela kooperiere mit Ländern, die von den USA als Sponsoren des internationalen Terrorismus angesehen würden, so McCormack. Das State Department hatte in seinem Jahresbericht über den weltweiten Terrorismus Kuba und Iran als Terrorsponsoren eingestuft. In dem Bericht wird Venezuela ebenfalls vorgeworfen, Terrorgruppen aus Kolumbien ein sicheres Rückzugsgebiet zu gewähren.
Das Embargo bedeutet, dass auch Drittländer keine US-Militärgüter mehr nach Venezuela liefern dürfen. Es zeigt eine weitere Zuspitzung der Krise zwischen beiden Staaten, die auch bereits jeweils einen Diplomaten des anderen Landes ausgewiesen haben.
«Völkermörder»Am Montag hatte Venezuelas Präsident Hugo Chávez US-Präsident George W. Bush bei einem Besuch in London als einen «Völkermörder» bezeichnet. Der Irak-Konflikt sei «das Vietnam des 21. Jahrhunderts» und Bush sei «ein Krimineller», der sich wegen Völkermords zu verantworten habe, sagte Chávez während eines Treffens mit Londons Bürgermeister Ken Livingstone sowie anderen linken Politikern und Gewerkschaftern. Chávez kritisierte die US-Regierung auch wegen ihrer Haltung gegenüber dem Iran im Atomstreit und warnte vor den Folgen eines möglichen militärischen Angriffs.
Die britische Regierung hatte am Wochenende betont, der Besuch von Chávez sei «rein privat». Es gab keine Gespräche mit Regierungsvertretern oder dem britischen Premierminister Tony Blair. (nz)