netzeitung.deMehr als 40 Tote bei Anschlägen im Irak

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Ein Junge inspiziert ein von einer Bombe zerstörtes Auto (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Ein Junge inspiziert ein von einer Bombe zerstörtes Auto
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Im Irak sind bei mehreren Anschlägen Dutzende Menschen getötet worden. Die Bemühungen um die Bildung einer neuen Regierung kommen weiter nicht voran.

Wieder haben Selbstmordanschläge und Attentate im Irak mindestens 40 Menschen getötet. Allein in Bagdad wurden am Sonntag 26 Iraker getötet und rund 70 verletzt, teilte die Polizei mit. Der schlimmste Anschlag wurde nahe einem Kontrollposten an der Straße zum Flughafen verübt: Zwei Selbstmordattentäter sprengten sich dort in ihren Autos in die Luft und rissen mindestens 14 Menschen mit in den Tod.

Ein Anschlag auf der Palästina-Straße im Osten von Bagdad verfehlte eine vorbeifahrende Polizeipatrouille und traf stattdessen einen Bus. Fünf Insassen wurden laut Polizeiangaben getötet, unter ihnen eine Frau und zwei Kinder. Im nördlichen Stadtteil Assamijah kamen bei einem weiteren Anschlag drei Polizisten ums Leben. In der Nähe der südirakischen Stadt Basra wurden am Samstagabend zwei britische Soldaten bei einem Anschlag getötet, teilte das Verteidigungsministerium in London mit. Auch zwei US-Soldaten kamen bei der Explosion einer am Straßenrand versteckten Bombe in Bagdad ums Leben.

Am Samstag fielen der Sohn des höchsten irakischen Richters und zwei seiner Leibwächter einem Mordanschlag zum Opfer. Die Familie des Vorsitzenden Richters am Obersten Gerichtshofs, Midhat al Mahmud, gehört der schiitischen Bevölkerungsmehrheit an.

Die Bemühungen um die Bildung einer neuen Regierung kamen am Wochenende weiter nicht voran. Der einflussreiche schiitische Politiker Bahaa al Aradschi, ein Anhänger des radikalen Predigers Muktada al Sadr, warf seinen politischen Opponenten überzogene Forderungen an Kabinettsposten vor und drohte einseitige Schritte zur Bildung einer Regierung an. Er setzte den Parteien eine Frist von zwei Tagen, ihre Forderungen zurückzuschrauben. Der sunnitische Politiker Salam al Dschumali drohte mit einem kompletten Rückzug aus den Verhandlungen.

Der designierte Ministerpräsident Nuri al-Maliki bemühte sich vergeblich, die schiitische Fadhila-Partei an den Verhandlungstisch zurückzubringen. Die mit 15 Abgeordneten im Parlament vertretene Fadhila-Partei protestierte mit ihrem Austritt aus dem Regierungsbündnis gegen die Weigerung Al-Malikis, sie erneut mit der Leitung des Ölministeriums zu betrauen. Nach der Verfassung muss Al-Maliki spätestens am 22. Mai seine Regierung vorstellen. (nz)