Mehr als 40 Tote bei Anschlägen im Irak
14.05.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Am Samstag fielen der Sohn des höchsten irakischen Richters und zwei seiner Leibwächter einem Mordanschlag zum Opfer. Die Familie des Vorsitzenden Richters am Obersten Gerichtshofs, Midhat al Mahmud, gehört der schiitischen Bevölkerungsmehrheit an.
Die Bemühungen um die Bildung einer neuen Regierung kamen am Wochenende weiter nicht voran. Der einflussreiche schiitische Politiker Bahaa al Aradschi, ein Anhänger des radikalen Predigers Muktada al Sadr, warf seinen politischen Opponenten überzogene Forderungen an Kabinettsposten vor und drohte einseitige Schritte zur Bildung einer Regierung an. Er setzte den Parteien eine Frist von zwei Tagen, ihre Forderungen zurückzuschrauben. Der sunnitische Politiker Salam al Dschumali drohte mit einem kompletten Rückzug aus den Verhandlungen.
Der designierte Ministerpräsident Nuri al-Maliki bemühte sich vergeblich, die schiitische Fadhila-Partei an den Verhandlungstisch zurückzubringen. Die mit 15 Abgeordneten im Parlament vertretene Fadhila-Partei protestierte mit ihrem Austritt aus dem Regierungsbündnis gegen die Weigerung Al-Malikis, sie erneut mit der Leitung des Ölministeriums zu betrauen. Nach der Verfassung muss Al-Maliki spätestens am 22. Mai seine Regierung vorstellen. (nz)

