USA widersprechen EU-Bericht zu CIA-Flügen
Allerdings blieb offen, in wie vielen Fällen Gefangene an Bord gewesen sein könnten. Zu Berichten über CIA-Geheimgefängnisse in Europa wollte sich Bellinger nicht äußern. «So gern wir diese Vorwürfe dementieren würden, wir sind bedauerlicherweise zu dem Schluss gekommen, dass wir spezifische Anschuldigungen nicht kommentieren können», sagte Bellinger in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch wirft der CIA vor, in den Jahren 2001 bis 2004 in Afghanistan festgenommene Terrorverdächtige nach Polen und Rumänien verschleppt zu haben.
Der deutsche Vizevorsitzende der EU-Delegation, Cem Özdemir, hatte am Mittwoch gesagt, schon ein geheimer Häftlingstransport sei zu viel. Belegt ist der Fall des Deutsch-Libanesen Khaled el Masri. US-Regierungsvertreter haben eingeräumt, dass El Masri Ende 2003 von der CIA in Mazedonien entführt und nach Afghanistan gebracht wurde. Die italienische Justiz hat zudem Haftbefehle gegen 22 mutmaßliche CIA-Agenten ausgestellt, die an der Entführung eines radikalen ägyptischen Imams beteiligt gewesen sein sollen.
Der Vorsitzende der EU-Delegation, der Portugiese Carlos Coelho, bedauerte am Donnerstag auf einer Pressekonferenz zum Abschluss der viertägigen Reise mangelnde Gesprächsbereitschaft in Washington. Als Gründe für die Absagen seien Terminschwierigkeiten, Abwesenheit oder mangelnde Sachkenntnis genannt worden. In anderen Fällen wisse mancher vielleicht zu viel und wolle die Informationen für sich behalten, «oder sie haben vielleicht etwas zu verbergen», sagte Coelho. Auch wenn er die Absagen verstehe, bedauere er sie.
Dies trage nicht zu einem besseren Verständnis der gegenseitigen Standpunkte bei. Im Kampf gegen Terrorismus und Extremismus sei eine enge Zusammenarbeit zwischen den USA und Europa nötig. Doch diese Kooperation müsse sich in völliger Transparenz vollziehen und dabei müssten Praktiken vermieden werden, die denen der Terroristen ähnelten, erklärte der EU-Parlamentarier. Zwei Republikaner, der Vorsitzende des Kongressausschusses zu den Geheimdiensten und ein Ausschussmitglied, hatten den Europäern vor ihrer Reise ein Treffen zugesagt, dies nach Darstellung der EU-Delegation aber ohne Angaben von Gründen abgesagt.(nz)

