netzeitung.deÜbersetzer bei Unruhen in Darfur getötet

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Flüchtlinge in Darfur (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Flüchtlinge in Darfur
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Nach dem Besuch eines UN-Vertreters in einem Flüchtlingscamp in Darfur ist es zu heftigen Ausschreitungen gekommen. Ein Missverständnis führte dabei zum Tod eines Menschen.

Beim Besuch eines hochrangigen UN-Vertreters in der sudanesischen Krisenregion Darfur ist es zu gewaltsamen Ausschreitungen gekommen. Der UN-Koordinator für Nothilfe Jan Egeland habe am Montag einen Besuch in einem Flüchtlingslager in der Nähe von Nyala abgebrochen, als unter den Flüchtlingen gewaltsame Unruhen ausbrachen, sagte eine UN-Sprecherin.

Anlass sei ein Missverständnis bei der Übersetzung gewesen. Nach Augenzeugenberichten hatten Flüchtlinge den Übersetzer als Mitglied der Dschandschawid-Milizen beschimpft, die seit drei Jahren die Bevölkerung terrorisieren.

Eine Gruppe von Demonstranten hatte Egeland mit Spruchbändern empfangen, auf denen sie den Einsatz einer UN-Truppe in Darfur forderten. Andere Demonstranten zeigten sich unzufrieden mit dem am Freitag unterzeichneten Friedensabkommen für Darfur. Nach der Abfahrt von Egeland griff eine aufgebrachte Menge einen anderen Übersetzer an, der für die Afrikanische Union arbeitete und tötete ihn.

Egeland hatte seine Reise in die Region erst mit einem Monat Verspätung antreten können, weil die sudanesischen Behörden ihm zunächst die Einreise verweigert hatten. Die Ausschreitungen wertete er als Zeichen für die weiterhin starken Spannungen in der Region.

Menschen in darfur skeptisch
Nach Ansicht von politischen Beobachtern sind viele Menschen in Darfur skeptisch, ob sich die sudanesische Regierung an die Versprechungen im Friedensabkommen halten wird. Die Regierung in Khartum hatte schon häufig zugesagt, dass sie die regierungsnahen Dschandschawid entwaffnen wolle, doch dies nicht umgesetzt. (nz)