05.05.2006
Herausgeber: netzeitung.de
US-Vermittler Robert Zoellick
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die bedeutendste Rebellengruppe in der sudanesischen Region Darfur hat einen Friedensplan mit der Regierung nun doch akzeptiert und den gemeinsamen Vertrag unterzeichnet. Eine kleinere Gruppe lehnt allerdings noch ab.
Die größte Rebellenbewegung in der sudanesischen Krisenregion Darfur hat einen Friedensvertrag mit der Regierung in Khartum geschlossen. Die Rebellenbewegung SLA (Sudanesische Befreiungsarmee) und die Regierung unterzeichneten am Freitagabend in der nigerianischen Hauptstadt Abuja das Abkommen. SLA-Anführer Minni Minnawie war einen Tag nach Verstreichen der jüngsten Frist für ein Abkommen an den Verhandlungstisch zurückgekehrt. Die kleinere Rebellenbewegung für Gerechtigkeit und Gleichberechtigung (JEM) und eine Splittergruppe der SLA forderten jedoch noch weitere Änderungen an dem Entwurf der vermittelnden Afrikanischen Union (AU).
Die Anwesenheit hochrangiger Vertreter aus den USA und Großbritannien hatte die seit zwei Jahren andauernden Friedensgespräche erheblich vorangebracht. Die Frist für die Unterzeichnung eines Abkommens war dennoch mehrfach verlängert worden. Der stellvertretende US-Außenminister Robert Zoellick sagte: «Es ist eine lange Nacht gewesen. Es war hart und zäh.» Zu den strittigen Punkten gehörte unter anderem der Anteil der Parlamentssitze für die Rebellengruppen.
Der Darfur-Konflikt eskalierte Anfang 2003, als die sudanesische Regierung einen Rebellenaufstand mit Hilfe verbündeter Milizen niederschlagen wollte. Die Rebellen forderten mehr politische Mitbestimmung für die vernachlässigte Region und einen größeren Anteil am Ölreichtum des Landes. Seitdem wurden mindestens zwei Millionen Menschen vertrieben. Schon vor mehr als einem Jahr schätzten Hilfsorganisationen die Zahl der Todesopfer auf 300.000, seitdem gibt es keine aktualisierten Schätzungen mehr. (nz)